Albert Hosp empfiehlt: "Russian Gypsy Soul"

Weltmusik-Tipp von Ö1 und SÜDWIND

Von Albert Hosp
"Russian Gypsy Soul"
Network 36.989 (Österreichvertrieb: Ixthulu)

Warum klingen alle russischen Roma-Stimmen so schmerzverzerrt? Warum müssen alle russischen Roma-Lieder langsam beginnen und rasend schnell aufhören? Warum tragen alle russischen Roma-Geiger enge Reiter-Hosen und weite RüschenHemden? Keine Antworten auf diese brennenden Fragen. - Gewiss keine CD zum Durchhören. Sicher nichts gegen Melancholie an kalten Hochnebel-Tagen. Garantiert frei von positivem Denken.

Das Trio Loyko mit seiner gnadenlosen Virtuosität; der heiser flüsternde oder ebenso schreiende Bassist Viktor Busliyov; oder Gruppen, die schon durch ihre Namen keinen Zweifel dran lassen, wie ernst sie es meinen: Gypsy Romance, Siberian Gypsies, Rosy na snegu ("Rosen im Schnee").
Und dann noch diese Geschichte: Die Zigeuner waren einst Vögel - wunderschön. Andere Vögel (Hennen und Enten) überschütteten sie mit Gold. Die Zigeunervögel konnten darauf hin nicht mehr fliegen, bis sie eine kleine rote Feder wieder von dem Gold befreite.
Langsam fielen ihnen auch die Federn ab, und sie verwandelten sich in Menschen, die seither der roten Feder nachirren, durch alle Welt ...
Eine Doppel-CD mit vielen Musikern, die allesamt aus großen Roma-Familien stammen - den Erdenkos, den Ponomarevs. Dem familiären Zusammenhang entspricht ihre dichte, "zusammengeheizte" Interpretation. Großartig, schwerstmütig etc. (siehe oben!).

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