Atiq Rahimi: Erde und Asche

Von Brigitte Voykowitsch ·

Aus dem afghanischen Persisch (Dari) von Susanne Baghestani. Claassen-Verlag, München 2002, 102 Seiten, € 13,-.

„Weshalb? … Wenn diese eine Frage doch nicht existierte. Wenn man doch niemals fragen könnte, weshalb!“ Wird er die Wahrheit sagen müssen, den tatsächlichen Grund seines Kommens erklären, und wie nur kann er das tun?
Diese Fragen quälen den alten Mann, während er an einer staubigen Landstraße auf einen Lastwagen wartet, der ihn zu seinem Sohn Murad bringen soll. Der, nimmt er an, weiß noch nichts davon, wie die jüngsten Ereignisse im afghanischen Krieg die eigene Familie getroffen haben. Der, denkt er, kann nicht ahnen, dass nur mehr sie drei, der Alte, Murad und dessen kleiner Sohn am Leben sind. Aber wie über den verheerenden Bombenangriff reden?
Diesem Wie und Weshalb war Atiq Rahimi nach der Flucht aus seiner Heimat lange selbst ausgewichen. Im französischen Asyl suchte er Distanz zu Afghanistan, wandte sich vom geschriebenen Wort ab und dem Film zu. Doch die Darstellung seines Landes in den westlichen Medien ließ ihm schließlich keine Ruhe mehr. Er musste die Worte finden, und er fand sie.
In einer kargen, knappen Sprache zeichnet er anhand der Vertreter dreier Generationen ein Bild der physischen wie psychischen Zerstörung, die keinen Blick mehr freilässt auf eine neue, andere Zukunft. Wenn sein Erstlingsroman in Afghanistan angesiedelt ist, so transzendiert er doch zugleich die lokale Bindung, um von der Gnadenlosigkeit des Krieges an sich zu erzählen, wo immer er tobt.

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