Balkan Fever Festival 2005

Von Werner Leiss
Nach dem unerwartet großen Erfolg im vorigen Jahr erlebt das Balkan Festival in Wien nun eine Neuauflage an fünf bekannten Spielorten (Szene Wien, Birdland, Porgy & Bess, Sargfabrik und im neu eröffneten Klub Ost, dem ehemaligen Atrium). MusikerInnen aus Ungarn, Serbien & Montenegro, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Mazedonien, Bulgarien, der Ukraine, Griechenland, der Türkei und Österreich werden von 15. April bis 6. Mai ein stilistisch breit gefächertes Programm bestreiten.
Zum Auftakt werden Karandila aus Bulgarien konzertieren, eine der weniger bekannten Roma-Blasmusikkapellen, wenngleich es sich wahrscheinlich um die anspruchsvollste unter ihnen handelt. Orientalisch-osmanische Traditionen verbinden sich mit Jazz und Blueselementen, seit Trompeter Angel Ticherliev die vorher 50 Jahre lang als „Wedding-Band“ bestehenden Karandila von seinem Vater übernahm. Auf ihrem Album „Revolution“ bieten sie Arbeiter- und Revolutionslieder wie „Die Arbeiter von Wien“, „Avanti Popolo“ oder „Comandante Che Guevara“ in tanzbaren Gypsy-Brass-Bearbeitungen und werden deswegen bereits gerne bei europäischen Antiglobalisierungs-Clubbings gespielt. Ihr breites musikalisches Spektrum und die ausgefeilten Arrangements lassen auf ein interessantes Konzert hoffen.
Einen eigenen thematischen Schwerpunkt setzt an vier Abenden die Sargfabrik mit Balkan Voices, an denen ausschließlich Frauengesang zu hören sein wird: Ljiljana Buttler mit der bosnischen Gruppe Mostar Sevdah Reunion, die ungarische Roma-Künstlerin Mitsoura, bekannt auch als Sängerin von Ando Drom, die drei Sängerinnen des Sandy Lopic¡ic´ Orkestars, hier mit jeweils eigenem Programm und die Schwestern Hristovi aus Bulgarien, begleitet von traditionellen Instrumenten.
Die Entdeckung der Saison ist die multikulturelle Band Fatima Spar & die Freedom Fries, die voriges Jahr den Worldmusic-Förderpreis im Porgy & Bess gewonnen haben. Der die heimische Szene bereichernde bulgarische Akkordeonist Martin Lubenov präsentiert sein neues, sich dem Balkan-Jazz verschreibendes Projekt Orfej und die griechische Sängerin Kristi Stassinopoulou verwebt byzantinische Vokalmusik, Rembetiko und Folk-Rock mit elektronischen Sounds und Technobeats. Slavko Ninic, bekannt als Sänger und Gitarrist der Tschuschenkapelle erfüllt sich einen lang ersehnten Traum und widmet sich der Kunst der bosnischen Sevdalinke, Liebeslieder, in denen das osmanische Erbe stärker weiterlebt als in anderen Liedtraditionen des Balkan.
Weitere Höhepunkte des Festivals können den Programmtipps entnommen werden.
Das Festival- Finale bestreitet schließlich das in Graz ansässige Sandy Lopic¡ic´ Orkestar (Südwind 06/2004) gemeinsam mit DJ Shantel, bekannt durch seinen Bucovina-Club.

Karandila: „Revolution“
Preiser, Vertrieb Preiser

Martin Lubenov Orkestra:
„Dui Droma - Two Roads“
Connecting Cultures, Vertrieb Hoanzl

Mostar Sevdah Reunion:
„A Secret Gate“
Connecting Cultures, Vertrieb Hoanzl

Sandy Lopic¡ic´ Orkestar: „Balkea“
Network, Vertrieb Ixthuluh

Sandy Lopic¡ic´ Orkestar:
„Border Confusion“
Network, Vertrieb Ixthuluh

Kristi Stassinopoulou: „The Secrets of the Rock“
Hitch- Hyke, Vertrieb Ixthuluh

Kristi Stassinopoulou: „Echotropia“
Metal, Vertrieb Extraplatte

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