Bernd Hausberger / Gerhard Pfeisinger (Hg.): Die Karibik

Von WeH ·

Geschichte und Gesellschaft 1492 – 2000

Edition Weltregionen, Promedia Verlag, Wien 2005, 224 Seiten, EUR 24,90

In den mittlerweile mehr als 500 Jahren seit der europäischen „Entdeckung“ entwickelte sich die Karibik stets in Abhängigkeit von und in enger Verbindung zu Europa. Zuerst war sie das Einfallstor der Europäer für die so genannte Neue Welt, dann die Schatzkiste europäischer Piraten, der Selbstbedienungsladen europäischer Kolonialmächte, die Lieferantin des europäischen Marktes mit (damals noch) exotischen Konsumgütern wie Zucker, Tabak und Kaffee – bis hin zur zeitgenössischen Funktion als Zielort stressgeplagter EuropäerInnen, die Sonne, Strand und/oder Sex suchen.
In den einzelnen Beiträgen werden die wichtigsten Aspekte der karibischen Geschichte und Realität untersucht. Das Piratentum etwa, das der Region über zwei Jahrhunderte lang einen prägenden Stempel aufdrückte (Bernd Hausberger); die Plantagenökonomie vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, die auf der brutalen Ausbeutung menschlicher Ressourcen und der irreparablen Zerstörung der Umwelt beruhte (Gerhard Pfeisinger); der transatlantische Sklavenhandel (Nikolaus Böttcher); der zunehmende Interventionismus der USA, der ab dem Ende des 19. Jahrhunderts immer häufiger die Form offener militärischer Eingriffe annahm (Thomas Fischer); und schließlich die von Diktatoren und Revolutionen geprägte Geschichte des 20. Jahrhunderts (Christine Hatzky).
Weiters werden der geographische Wandel in der Region abgehandelt (Norbert Ortmayr), das Phänomen der Kreolisierung (Ulrich Fleischmann), die afroamerikanischen Religionen und lokale kulturelle Traditionen (Manfred Kremser), die Repatriationsbewegung aus der afrikanischen Diaspora ins Mutterland als Spätfolge des Sklavenhandels (Werner Zips) und schließlich auch die karibischen Musik- und Tanzstile, die längst den globalen Markt erobert haben (Ingrid Kummels).
Alle Beiträge sind von Fachleuten aus dem akademischen Bereich verfasst, sind jedoch auch LeserInnen mit allgemeinem Interesse an der Region zumutbar. Sie vermitteln einen breiten Überblick über dieses Mosaikgebilde Karibik, aber auch über die größeren sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenhänge. Und für Studierende ist das Buch mit den ausführlichen Quellenangaben und Literaturhinweisen bei jedem Kapitel eine wichtige Hilfe für weiterführendes Arbeiten.

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