Menschen, die bewegen: Bernhard Ledinski

Von Redaktion ·

Seit wann engagieren Sie sich für Menschen- bzw. LGBTIQ-Rechte – und warum?
Seit sieben Jahren. Weil uns Menschenrechte alle betreffen. Speziell für LGBTIQ-Rechte setze ich mich ein, weil ich seit meinem 17. Lebensjahr offen als schwuler Mann lebe und immer noch nicht gleich behandelt werde wie Heterosexuelle.
Was macht Ihnen Angst?
Dass die Einhaltung von LGBTIQ-Rechten für viele immer noch nicht selbstverständlich gesehen wird. Es ist noch viel zu tun, bis es soweit ist. Das macht mir Angst, aber zugleich sehe ich es auch als meine persönliche Herausforderung, etwas beizutragen.

Bernhard Ledinski, 28, kommt aus Stainz in der Steiermark. Nach der Schule ging er nach Wien, wo er ein queeres Leben führt: Er ist im Eventbereich und der Gastronomie tätig, wo er u.a. als Dragqueen auftritt, und er macht eine Ausbildung im Bereich Sexualpädagogik. Ehrenamtlich engagiert er sich bei der Aids-Hilfe, ist im Vorstand des Rechtskomitees Lambda, einer Initiative, die sich für die Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlich l(i)ebenden und Transmenschen einsetzt, und Mitglied bei Queerconnexion, einem Verein, der an Schulen Workshops zu sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechterrollen durchführt. Seit einem Jahr ist Ledinski zudem Gruppensprecher von Queeramnesty, einer AktistInnen- und Netzwerkgruppe von Amnesty International.

Wenn Sie sich eine Eigenschaft wünschen dürften, welche wäre das?

Noch mehr Durchsetzungsvermögen, um die Dinge, für die ich mich einsetze, zu erreichen. Das mache ich natürlich in der Gruppe, weil man da stärker ist, aber auch als einzelner mehr bewirken zu können wäre wunderbar.

Wer würden Sie gerne für einen Tag lang sein?

Ich möchte kein anderer Mensch sein – wenn ein anderes Lebewesen, dann ein Einhorn. Als solches würde ich die Welt noch bunter machen, mit Glitzer und Zuckerwatte! (lacht)

Wo sind Sie am liebsten?

Genau hier, in meinem queeren Leben, egal ob auf Events, in Lokalen, bei Demos, auf der Regenbogenparade oder zuhause.

Wann fühlen Sie sich rundum zufrieden?

Im Moment, wenn ich in der Früh aufwache, neben mir meine zwei Katzen, und ich einfach an noch gar nichts gedacht habe.

Wovon braucht die Welt mehr, um eine bessere zu werden?

Frieden und alles, was dazugehört, sprich Einhaltung von Menschrechten, Bewahrung der Umwelt. Und weniger Stress, vor allem durch Technologien.

Was kann noch heute jede und jeder für eine bessere Welt beitragen?

Miteinander reden, im Dialog mit anderen Offenheit zeigen und sich gegenseitig so akzeptieren, wie wir sind.

Wenn der Tag 25. Stunden hätte – was würden Sie zusätzlich tun?

Mich noch mehr ehrenamtlich engagieren.

Welche Botschaften möchten Sie weitergeben?

„Never judge a book by its cover” und „Queerness ist ein Menschenrecht”.

cs

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