Das Jahrhundert der Mädchen

Von ki ·

Eine neue Studie widmet sich der globalen Jugendkultur.

Noch nie gab es eine derart ambitionierte, bildungsorientierte, offene und veränderungsbereite Mädchen-Generation wie heute“, resümiert Edit Schlaffer. Jetzt gehe es darum, „die Burschen, die aktuellen Verlierer im Bildungssystem, hereinzuholen“.
Die prominente Sozialwissenschaftlerin präsentierte für die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit (SWI) die internationale Jugendstudie „Global Kids – Modernisierung und Geschlechterrollen aus der Perspektive von Jugendlichen im Zeitalter der Globalisierung“. Für Schlaffer „ein Highlight“ in ihrer insgesamt 25-jährigen Forschungstätigkeit. Jeweils 160 14 bis 16-Jährige aus sechs Ländern (Österreich, Deutschland, Schweden, Slowakei, Indien und Türkei) wurden über Geschlechterrollen, Sexualität und Zukunftsperspektiven befragt. Für ihre Altersgruppe im ganzen Land sind die Interview-PartnerInnen, die allesamt der städtischen Mittelschicht angehören, nur beschränkt repräsentativ. Doch untereinander verbindet sie eine globalisierte Jugendkultur. Geschaffen durch moderne Medien und die internationale Wirtschaft weise diese einen „historisch einmaligen Grad an internationaler Standardisierung“ auf.

„Beruf, Leistung, Durchsetzung und Erfolg.“ Die neoliberalen Slogans hätten voll gegriffen, erläutert Schlaffer. Die Jugendlichen verstünden sich als Mitglieder einer globalen Leistungsgesellschaft. Dabei lösten sich die Mädchen von traditionellen Rollenwartungen zugunsten des Berufes. Es gehe um Selbstverwirklichung und finanzielle Unabhängigkeit. Gleichzeitig befürchteten LehrerInnen und Eltern eine Gefährdung traditioneller und sozialer Werte und Institutionen.
Es zeige sich ein Hang zum Privatisieren. Freundschaften seien sehr wichtig. Eigene kreative Zusammenschlüsse, von denen rebellische Impulse ausgehen könnten, existieren kaum.
Schlaffer: „Traditionelle Parteipolitik ist für die Jugendlichen komplett uninteressant.“ Dennoch sei es ein Trugschluss, sie für unpolitisch zu halten. Themen wie Umwelt, Menschenrechte, Rassismus oder Geschlechterfragen – jenseits der institutionalisierten Politik – würden die Jugendlichen sehr wohl ansprechen. Doch diese Herausforderung werde von der Politik noch nicht angenommen.


Vollständige Studie zum Downloaden: www.swi-austria.org

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