Der lange Weg zur „sauberen Kleidung“

Von WeH
Die 1990 in den Niederlanden entstandene Clean Clothes-Campaign (CCC; in Österreich: CCK) ist wohl eine der erfolgreichsten zivilgesellschaftlichen Basisbewegungen im Bereich des ethischen Wirtschaftens und der sozialen Unternehmensverantwortung. Sie setzt auf die Macht der kritischen KonsumentInnen und entstand auch aus der Erkenntnis heraus, dass von nationalen Regierungen und internationalen Organisationen keine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten des globalen Marktes zu erwarten ist.
Heute ist CCC schon in den meisten europäischen Ländern aktiv; meistens handelt es sich dabei um Netzwerke, in denen sich Solidaritäts- und Frauengruppen, Gewerkschaften und kirchliche Einrichtungen zusammengeschlossen haben.

Die Geschichte der Kampagne ist auch die Geschichte einer zunehmenden Akzeptanz ihrer Postulate durch die Konzerne der Bekleidungsindustrie und die Vermarktungsketten. Es ist schon fast normal, dass die Großen der Branche wie Nike, Reebok, Adidas, H&M usw. sich Verhaltenskodizes zur sozialen Unternehmensführung auferlegen und - eine relativ neue Entwicklung - auch immer mehr die Idee einer unabhängigen Kontrolle dieser Regelwerke annehmen.
Es beginnt sich auch die Praxis durchzusetzen, dass Unternehmen in so genannten Multi-Stakeholder-Prozessen mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie Gewerkschaften und NGOs Lösungen ausarbeiten, etwa im Rahmen der Fair Labor Association (FLA) in den USA, der Ethical Trade Initiative (ETI) in Großbritannien oder des Zertifizierungssystems SA 8000, ebenfalls in den USA. Dies bedeutet zweifellos einen Fortschritt; die Gefahr besteht jedoch weiterhin, dass die großen Unternehmen mit ihrer Finanzmacht stärker ihre Interessen durchsetzen als die Juniorpartner.

Es wird noch Jahre dauern, bis wir uns ruhigen Gewissens in den Kaufhäusern einkleiden können, doch die CCC - und ähnliche Initiativen weltweit - ebnen den Weg dorthin. Vorerst bieten nur die Nischenproduktionen des Fairen Handels und ökosozialer Betriebe die Möglichkeiten zum „Shopping for a better world“.

Nähere Informationen zur CCK: www.cleanclothes.at

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