Der schrumpfende Raum

Von Milena Österreicher · · 2026/Jul-Aug
© APA-Images / dpa / Christoph Soeder
Mehr Krisen, weniger Hilfe: Weltweit geraten immer mehr Menschen in Notlagen. Gleichzeitig werden Hilfsgelder gekürzt, Grenzen geschlossen und humanitäre Prinzipien politisiert. In Gaza, Libanon, Malawi und Sudan versuchen lokale Helfer:innen dennoch weiterzumachen. Humanitäre Hilfe beginnt dort, wo staatliche Strukturen zusammenbrechen oder schlicht nicht existieren. Wenn Bomben Krankenhäuser zerstören, wenn Überschwemmungen Häuser und Felder wegreißen, wenn Familien innerhalb weniger Stunden alles verlieren. Dann soll humanitäre Hilfe Wasser organisieren, Nahrung verteilen, Verletzte versorgen, Kinder schützen und dafür sorgen, dass Menschen auch inmitten des Zusammenbruchs weiterleben können. Doch inzwischen steckt die Hilfe selbst in der Krise: Immer häufiger geraten humanitäre Helfer:innen zwischen die Fronten politischer Interessen – und werden dabei als Druckmittel in Konflikten missbraucht, anstatt als neutrale Akteur:innen anerkannt zu werden. Weltweit brauchen immer mehr Menschen Unterstützung. Das UN-Nothilfebüro Ocha schätzte Ende 2025, dass rund 239 Millionen Menschen weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Kurz nach der Jahrtausendwende waren es noch rund ...

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