Die 4. Revolution

Von Werner Hörtner ·

Ein totaler Strukturwandel in der Energieversorgung ist möglich: Ein neuer Film beweist dies eindrücklich.

Bei der Erdölförderung werden ausgedehnte Ländereien verwüstet, die einheimische Bevölkerung wird in Mitleidenschaft gezogen, riesige Raffinerien verpesten die Umwelt, die Gewinnung fossiler Brennstoffe schädigt Menschen und Klima – doch der Profit für einige Konzerne stimmt. Zum Ausbau der Energieversorgung setzen die Staaten aber immer noch auf Erdöl, Gas, Kohle – oder die „saubere“ Atomkraft.

Dass es auch anders sein könnte, zeigt der deutsche Journalist und Filmemacher Carl-A. Fechner in seinem neuesten Film. In vierjähriger Produktionszeit sammelte er in Dänemark und Deutschland, in Mali und Bangladesch und anderen Ländern Beispiele, wie es auch sein könnte. Auf einer Halbinsel im Nordwesten Dänemarks werden 50.000 Menschen ausschließlich mit Strom aus Windkraft versorgt. Wegen Überschussproduktion muss sogar Elektrizität exportiert werden! Fahrzeuge mit Elektro-Antrieb werden immer weiter entwickelt, selbst ein E-Flugzeug ist schon in Arbeit. Das Kraftwerk Andasol in Südspanien versorgt 100.000 Menschen mit Strom aus erneuerbaren Energien. In China wird massiv mit Solarstrom experimentiert …

Beispiele für eine leist- und gangbare Stromversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien gibt es genügend. Die entsprechende Technik entwickelt sich immer weiter. Der Geschäftsführer der chinesischen Firma Suntech Power rechnet, dass Solarstrom bereits in drei bis fünf Jahren billiger sein wird als konventionell hergestellter Strom. Und selbst wenn die Anschaffungskosten höher sind als etwa beim Passivhaus, so amortisiert sich diese Investition bald durch die später geringeren Energiekosten. Wind, Wasser und Sonne gibt es praktisch unbegrenzt, und obendrein als Rohstoff kostenlos. Wieso setzen die Regierungen immer noch so beharrlich auf die menschen- und umweltgefährdende Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen oder Atomkraft?
Aufführungen und Verleih:
In Österreich läuft der Film zeitgleich am 16. April in folgenden Kinos an: Wien: Votivkino, Village Cinema, Apollo, UCI; Graz: Kitz Royal, Schubert; Linz: Moviemento; Innsbruck: Leo; Salzburg: Das Kino; Klagenfurt: Neues Volkskino; St. Pölten: Cinema Paradiso.

Für Aufführungen kann eine Wanderkopie beim Filmladen bestellt werden, Tel. 01/523 4362-42, m.klein@filmladen.at (kinotaugliche Infrastruktur notwendig).

Die Energie-Autonomie kann schon bald Wirklichkeit werden. Oder könnte werden – wenn da nicht der Widerstand der großen Energie-Konzerne und der politischen Entscheidungsträger wäre. „Das jetzige Energiesystem ist am Ende“, sagt Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrats für erneuerbare Energien, Träger des alternativen Nobelpreises, Mitglied des Deutschen Bundestages. Das neue System der Energie-Autonomie steht vor dem Durchbruch. Wir stehen vor dem größten Strukturwandel der Wirtschaft seit Beginn des Industriezeitalters.“ Scheer führt als erklärender und mitreißend argumentierender Protagonist durch den Film.

Filmemacher Fechner und seine MitstreiterInnen sind überzeugt, dass ein sofortiger Umstieg auf erneuerbare Energien möglich und leistbar ist. Dass es sich hier um eine gesellschaftspolitische Lösung handelt, die mehr Gerechtigkeit, mehr Dezentralismus, weniger Krieg und die Überwindung der Armut erreichen kann. Doch er ist kein Illusionist, was den Widerstand aus Politik und Konzernzentralen betrifft. Und so will der Filmemacher diesen Film als Beginn des Aufbruchs zur Energiewende einsetzen. Rund um den Film gibt es zahlreiche Möglichkeiten, aktiv zu werden. In Deutschland gibt es bereits in 100 Orten Film-Partnerschaften.

Mehr auf www.4-revolution.at, noch ausführlicher auf www.4-revolution.de

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