Die CSR Bewegung

Von Petra Kreinecker ·

Janina Curbach

Sachbuch. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, 276 Seiten, € 29,90

Das vorliegende Buch ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Corporate Social Responsibility (CSR), also der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Die Autorin versucht, die gesellschaftliche Relevanz der „Modeerscheinung CSR“ zu ergründen und hinterfragt, welche Rolle das Konzept in der gesellschaftlichen Konstruktion von Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung spielt. Aus soziologischer Sicht wird hier der „Siegeszug“ von CSR beschrieben, als Trägerkonzept für eine Institutionalisierung von wechselseitigen Rollenerwartungen zwischen transnationalen Unternehmen und ihrer gesellschaftlichen Umwelt.

Die vorhandene Arbeit gibt einen nahezu vollständigen Überblick über Mainstream-Dokumente und CSR-Leitsätze, obwohl der thematische Schwerpunkt explizit auf die ökologische Verantwortung der Unternehmen fokussiert bleibt.

Die AkteurInnen werden als „CSR-Bewegung“ zusammengefasst. Das wirkt zunächst verwunderlich. Im Laufe der Arbeit werden jedoch die verschiedenen Zugänge der Stakeholder detailliert beschrieben, um der notwendigen Unterschiede gerecht zu werden: NGOs werden neben privaten Unternehmen als nicht-staatliche Akteure bezeichnet, die an einer Neuverhandlung der „post-nationalen“ Rolle für transnationale Unternehmen (TNCs) beteiligt sind. Es wird der zentralen Fragestellung nachgegangen, auf Basis welcher rechtlicher und gesellschaftlicher Grundlagen TNCs jenseits des Nationalstaates agieren.

Im zweiten Teil des Buches werden die Handlungsoptionen der AkteurInnen beschrieben, die strategische Implementierung von CSR in den Unternehmen zu beeinflussen. Der mit dem abstrahierenden wissenschaftlichen Blick konstatierte Strategie-Mix der Handlungsweisen von NGOs wirkt insofern befremdend, als die „Watchdog“-Option als „radikal“ von politik-bezogenen, „service-orientierten“ Ansätzen abgegrenzt wird. Aufschlussreich sind die Typologisierungen aber allemal.

Die Buchautorin vermisst im Fazit eine klare Rolle des Staates und hinterfragt erfreulicherweise die Gleichsetzung von CSR und Unternehmensverantwortung, da ihrer Meinung nach die CSR-Debatte stark von Wirtschaftsinteressen geprägt ist.

Der analytische Blick macht die Arbeit jedenfalls zu einem lesenswerten Buch.

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