Eckpunkte der Geschichte Indiens

Frühe Zivilisation auf dem indischen Subkontinent brachten Ackerbau, Erbkönigtum und hohe Standards in der Verarbeitung von Ressourcen wie Eisen, aber auch in Mathematik oder Astronomie. Auf diese Zivilisation gehen auch das Kastenwesen und hinduistische Vorstellungen zurück.

Nicht verwandt: Indira Gandhi traf 1924 als Kind aus dem Nehru-Clan auf Mahatma Gandhi.

Auf mehrere Hindu-Königreiche folgte gegen Ende des Altertums die Gupta-Dynastie (ca. 320–550 n.Chr.), oft als „goldenes Zeitalter“ bezeichnet. Ende des 10. Jh.s drangen islamische Turkvölker nach Nordwestindien ein. Anfang des 16. Jh.s konnten aus Zentralasien stammende Moguln weite Teile Indiens unter Kontrolle bringen. Bauwerke wie das Grabmal Taj Mahal in Agra und die große Moschee Jama Masjid in Delhi entstanden.

Vor der Kolonisierung durch Großbritannien war der Subkontinent politisch fragmentiert. Die Briten weiteten ihr Territorium beständig und ausbeuterisch aus. Eine wichtige Rolle spielte dabei die zu Beginn des 17. Jh.s gegründete Ostindien-Kompanie.

Nach einem Aufstand 1857, den die Briten blutig niederschlugen, wurde die Ostindien-Kompanie aufgelöst. Ein in Delhi residierender Vizekönig wurde eingesetzt, 1877 Königin Victoria zur Kaiserin von Indien gekrönt.

1885 wurde der Indische Nationalkongress gegründet. Ab 1919 entstand eine Volksbewegung, die sich für die Unabhängigkeit einsetzte. Eine wesentliche Rolle spielten dabei Mahatma Gandhi (1869-1948) und sein 388 km langer sogenannter Salzmarsch 1930.

Der Weg in Richtung Unabhängigkeit wurde durch die Umwälzungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs beschleunigt, 1947 wurde Indien ein eigener Staat.

Doch durch die Geschwindigkeit, mit der die Trennung von Großbritannien dann vollzogen wurde und durch Fehler der einstigen Kolonialherren stand Indien gleich vor neuen Herausforderungen: Im Zuge der Abspaltung Pakistans kam es zu riesigen Flüchtlingsbewegungen, rund 7,5 Mio. Hindus und Sikhs verließen Pakistan in Richtung Indien, acht Mio. Muslime wiederum wollten aus Indien nach Pakistan. Nach dem Tod Gandhis prägte lange Jawaharlal Nehru (1889-1964) die Politik. Der Nationalkongress und der Nehru-Gandhi-Clan sollten über Jahrzehnte die Geschicke Indiens lenken. Mit Narendra Modi und seiner Bharatiya Janata Party (BJP) scheint nun eine neue Ära eingeläutet zu werden.    sol

Quellen: „Endspiel für das Empire“, Südlink-Ausgabe Juni 2017; www.bpb.de

Kaschmir, der ewige Konflikt

Der Weg in die Unabhängigkeit brachte Indien schwierige Beziehungen mit seinen Nachbarn. Im Zuge von Grenzstreitigkeiten und Abspaltungen entstanden Konflikte.

Als 1947 aus Britisch-Indien die zwei Staaten Indien und Pakistan entstanden, liebäugelte Jammu und Kaschmir (kurz Kaschmir) wie viele Teilstaaten mit der Eigenständigkeit. Pakistan marschierte ein, Indien stoppte die Truppen. Bis heute ist der Konflikt um das rund 17 Mio. EinwohnerInnen zählende Gebiet ungeklärt und Kaschmir geteilt. In den vergangenen Monaten nahmen die Spannungen wieder zu. Bei Kämpfen im Juli wurden vier Soldaten getötet.   sol

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