Eine argentinische Liebesgeschichte

Von Redaktion ·

Als erstes lateinamerikanisches Land führte Argentinien 2010 die Homosexuellen-Ehe ein. Das Gesetz, das von Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner stark propagiert wurde, war nicht unumstritten. Widerstand kam nicht zuletzt von der katholischen Kirche, der rund 75 Prozent der ArgentinierInnen angehören.

Durch die Reform erhielten homosexuelle Paare dieselben Rechte wie heterosexuelle, darunter auch auf die Adoption von Kindern.

Der italienische Fotograf Valerio Bispuri begleitete Betania und Alicia, ein lesbisches Paar, in ihrem Alltag in Buenos Aires und zeichnet mit seinen Fotografien ein intimes Porträt der beiden Frauen. Die argentinische Hauptstadt hat eine lebendige LGBT-Szene (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender- und Intersex-Menschen, Anm.). Homosexuelle Paare leben hier ihre Beziehungen selbstbewusst in der Öffentlichkeit – wie die beiden Protagonistinnen des Fotoprojekts.

„Heiraten? Vielleicht im Dezember!“ Genaue Pläne haben Betania (35, li.) und Alicia (33) noch nicht.

Fotograf Valerio Bispuris Reportagen drehen sich normalerweise um soziopolitische Themen, er dokumentierte Gefängnisse in ganz Lateinamerika oder Slums in Manila. Mit seinem aktuellen Projekt will er den „ästhetischen Ausdruck von Intimität“ zeigen.

Das Klima der Toleranz in Buenos Aires ist aber nicht repräsentativ für die gesamte argentinische Gesellschaft. Immer wieder werden Homosexuelle benachteiligt, 2014 gab es auch einige gewaltsame Übergriffe.

Einer der berühmtesten Argentinier, Papst Franziskus, überraschte vor ein paar Monaten, als er sich gegen die Diskriminierung Homosexueller aussprach. Dass er im selben Gespräch die „Schwulenlobby“ als Problem darstellte und homosexuelle Akte als „Sünde“ bezeichnet, nahm den medial viel diskutierten Aussagen jedoch wieder ihr revolutionäres Moment. cbe

Valerio Bispuri arbeitet als Fotojournalist und lebt abwechselnd in Buenos Aires und Rom. Seine Reportagen aus Lateinamerika, Afrika und dem arabischen Raum wurden in verschiedenen italienischen und internationalen Medien veröffentlicht. www.valeriobispuri.it www.echophotojournalism.com

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