Eine Uni kämpft gegen HIV

Wie SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ auf verschiedenen Ebenen angegangen werden muss: In Südafrika schreitet eine Universität im Kampf gegen HIV voran.

Von Crystal Orderson, Kapstadt

Gegen HIV/Aids: An der University of the Western Cape trainieren StudentInnen interaktive Schulungsmethoden, die Spaß machen.© University of the Western Cape

Jede fünfte an HIV erkrankte Person der Welt lebt in Südafrika. Das Land hat eine der höchsten Ansteckungsraten der Welt. Deshalb hat sich die Regierung verpflichtet, jenen zu helfen, die Behandlung brauchen. Sie hat Geld in die Hand genommen, um ein allgemeines öffentliches Krankenversicherungssystem zu finanzieren. Zehn Prozent der Gesundheitsausgaben gehen allein in die HIV-Vorsorge und Behandlung, unter anderem in eines der größten antiretroviralen Therapieprogramme der Welt: 2018 wurden 4,5 Millionen Menschen mit Medikamenten behandelt, die den Krankheitsverlauf stark verlangsamen und verhindern, dass sich die Krankheit weiter verbreitet. Doch Südafrika stößt an die Grenzen seiner Kapazitäten.

Lokale Pioniere. Die University of the Western Cape (UWC) an der Südspitze Afrikas zeigt beispielhaft, wie die Initiative einer lokalen Einrichtung zur Bekämpfung dieses Gesundheitsnotstands beitragen kann: Die Universität bietet ihren tausenden Studierenden kostenlos HIV-Tests, Diagnosen und Behandlung an. Die StudentInnen der öffentlichen UWC kommen aus verschiedenen Teilen Afrikas und Südafrikas und haben unterschiedliche sozio-ökonomische Hintergründe.

Das HIV-Programm der Uni wurde vor 18 Jahren gestartet und auf immer mehr Bereiche ausgeweitet. Unter anderem bietet die Uni StudentInnen und Angestellten Routinekontrollen an und stellt Einweisungsscheine für eine Behandlung aus. HIV-positive PatientInnen können vor Ort Bluttests durchführen lassen – vertraulich, denn nach wie vor ist die Krankheit mit Stigma behaftet.

Laut den SDGs soll die AIDS-Epidemie bis 2030 beendet sein. Dazu müssen infizierte Personen behandelt werden. Und auch Information ist wichtig. Inzwischen wissen 86 Prozent der SüdafrikanerInnen über ihren HIV-Status Bescheid – ein bemerkenswerter Erfolg. Aber das Land steht noch vor großen Herausforderungen.

Mehr Bewusstsein. Zwar hat sich die Einstellung der Menschen gegenüber der Krankheit in den vergangenen Jahren verändert: Das Bewusstsein für die Gefahr der Ansteckung und die Möglichkeiten der Vermeidung ist gestiegen, Menschen lassen sich öfters testen und behandeln. Dadurch ist die Lebenserwartung im Land zwischen 2010 und 2015 von 61 auf fast 68 Jahre gestiegen.

Und doch spricht UN-Aids von drei Millionen Menschen mit HIV, die nicht in Behandlung sind und davon, dass das Land „nicht auf Kurs sei, die Ziele der SDGs zu erreichen“.

Laut Vizepräsident David Mazuba steigen die Ansteckungsraten immer noch. Junge Frauen sind besonders gefährdet.

Umso wichtiger ist der Einsatz gegen die Krankheit. Die UWC war Vorreiterin, mittlerweile engagieren sich ungefähr 400 Hochschulen im ganzen Land. Um das Gesundheitsziel in den nächsten elf Jahren zu erreichen, sind diese lokalen Initiativen wichtig. Auch weil sie zeigen, dass Veränderung möglich ist.

Crystal Orderson arbeitet in Südafrika als Journalistin. Ihr Schwerpunkt sind Gesundheitsthemen.

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