Empire Me – Der Staat bin ich

Von Redaktion ·

Film

DVD, 100 Min.

„L’état, c’est moi!“ – „Der Staat bin ich“ – den Leitsatz scheinen sich die Gründerinnen und Gründer von so genannten Mikronationen sehr zu Herzen genommen zu haben. Der kultige Musiker und Filmemacher Paul Poet (u.a. „Ausländer raus! Schlingensiefs Container“) hat in der Dokumentation „Empire Me“ sechs Beispiele für Kleinststaaten mit der Kamera eingefangen.

„Sealand“, zum Beispiel, wurde im Zweiten Weltkrieg als Verteidigungsplattform errichtet und dann als Piratensendestation verwendet. Der vormalige britische Soldat Paddy Roy Bates erklärte 1967 Sealand, das auf den ersten Blick an eine Ölplattform erinnert, zum eigenständigen Staat. Wie das geht? Laut der Konvention von Montevideo aus 1933 kann jeder einen Staat gründen. Unter folgenden Voraussetzungen: Man braucht ein eigenes Territorium, mindestens eine dort fix lebende Person (eine „ständige Bevölkerung“), ein selbst geschriebenes Regelwerk und die Fähigkeit, mit anderen Ländern in Beziehung zu treten.

Von den im Film vorgestellten Mikronationen besonders erwähnenswert sind die Schwimmenden Städte von Serenissima. Dabei handelt es sich um eine kleine Flotte von Schiffen, die Künstlerinnen und Künstler aus Müllteilen gebaut haben. Meist bieten die Mikronationen Menschen Platz, die nach Räumen für alternative Lebensformen oder esoterischer Neuorientierung suchen. Auf den Schwimmenden Städten steht der Freiheits- und Abenteuergedanke im Vordergrund – leider inklusive unökologischer Hilfsmittel wie Schiffsmotoren oder Walkie-Talkies.

Einige Fragen lässt der Film offen: Wie werden die Mikronationen jeweils finanziert? Wie ist das Verhältnis zum „Mutterstaat“? Wie lange verweilen die Leute wirklich an den kurios anmutenden Orten?
Paul Poet bleibt Antworten schuldig. Trotzdem ist die Dokumentation sehenswert. Und empfehlenswert ist das Bonusmaterial inklusive interessanter „gelöschter Szenen“ und Interviews mit dem Filmemacher.
Harald Hübler

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