Femi Kuti: Fight To Win, Issa Bagayogo: Timbuktu

Von Werner Leiss ·

(Universal, Barcley 5892642), (Six 1062 CD)

Spätestens mit der Veröffentlichung des Vorgängers von „Fight To Win“, „Shoki Shoki“, gelang es Femi Kuti, aus den Fußstapfen seines 1997 an Aids verstorbenen Vaters zu treten und eine eigenständige Interpretation dessen abzuliefern, was zumindest ältere Fans von Vater Fela auf Dutzenden LPs kennen und schätzen lernten und neuerdings wieder komplett auf CD veröffentlicht wurde.
Hochgehalten wird weiterhin das traditionell ausgeprägt politische Engagement der Familie Kuti und die Kritik an der politischen und gesellschaftlichen Situation Afrikas im Allgemeinen und Nigerias im Besonderen. Übernommen wurde auch die Methode der namentlichen Brandmarkung korrupter Politiker.
Und Fight To Win ist überdies ein absolut gelungenes Afrobeat-Album mit eindrucksvoll schnellen, treibenden Tracks, dynamischen Basslinien und dominierenden, agitierenden Bläsersätzen. Anders als ehemals bei Fela Kuti deutlich entschlackt, aber mit allen wesentlichen Ingredienzen wie Jazz, Funk, Soul, gewürzt mit einem Schuß Salsa, Samba, Hip- Hop und House. Hier geht es im Wesentlichen aber traditionell zu und das ist in diesem Fall wohl tuend und gut.
Ganz anders verhält es sich mit dem Werk von Issa Bagayogo aus Mali. Schon vor Erscheinen mit Lob überschüttet, verbindet sich hier das traditionelle Spiel einer Laute mit dem Namen Kamele N’Goni mit den technischen Möglichkeiten zweier findiger französischer Produzenten zur neuesten afrikanischen House-Spezialität. Trancige Beats mit einem guten Schuss Mali-Blues, wobei es gar nicht ungut bzw. gar niemandem so richtig auffällt, wie weit das im Grunde von traditioneller Musik bereits entfernt ist. Diese Veröffentlichung trifft den Geschmack und die Hörgewohnheiten der Worldmusic- KonsumentInnen mit einem gewissen Hang zum Dancefloor zur Zeit wohl am besten.

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