
Diese Ausgabe nimmt den weltweiten Kampf um Gleichberechtigung in den Blick – und die reaktionäre Front, die feministische Erfolge zurückschlagen will.
Wir müssen über Frauenrechte reden! Im Iran wie in Afghanistan. Aber auch in Mexiko und in Österreich. In vielen Teilen der Welt werden bereits erkämpfte Menschenrechte für Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen – kurz FLINTA* – wieder zurückgenommen oder in Frage gestellt. Frauenministerien werden abgeschafft, zuletzt etwa in Argentinien und Ecuador. Frauenhass wird nicht mehr im Verborgenen gefeiert, sondern offen propagiert – auf höchster politischer Ebene, wie im Irak und den USA. Und seit längster Zeit auch online, befeuert von Algorithmen, die mit polarisierenden Inhalten Profit machen.
„Das Patriarchat ist kein über der Realität schwebender Diskurs, keine abstrakte Theorie, keine kulturelle Metapher“, schreibt die französische Politikwissenschaftlerin Emilia Roig in ihrem Blog. „Es ist eine aktiv aufrechterhaltene Gewalt, ausgeübt von Männern.“ Weltweit wird Gewalt gegen Frauen immer noch als Werkzeug genutzt, um sie zu unterdrücken, mundtot zu machen, zu töten. Nach UN-Schätzungen wird alle zehn Minuten eine Frau oder ein Mädchen von Partnern oder Familienangehörigen ermordet.
Notwendiger Aufschrei. Journalistischer Anspruch bedeutet, Machtverhältnisse sichtbar zu machen. Medial werden Themen zu Frauenrechten oft vernachlässigt. Laut einer Auswertung der internationalen Nachrichtenagentur Reuters waren 2024 weltweit nur 27 Prozent der Chefredakteur:innen Frauen, lediglich 23 Prozent gehörten einer ethnischen Minderheit an. Wer entscheidet also, wer oder was sichtbar wird? Und wer bestimmt, welche Anliegen politisch zählen?
Diese feministische Spezialausgabe erscheint rund um den Internationalen Weltfrauentag. Nicht aus symbolischen Gründen, sondern aus einer gesellschaftspolitischen Dringlichkeit heraus. Offenbar waren die weltweiten feministischen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte für das Patriarchat bedrohlich genug, um zur Gegenoffensive auszuholen. Also müssen wir auch über Antifeminismus reden! Der ist nun salonfähig geworden und geht einher mit der schleichenden Normalisierung menschenverachtender und faschistischer Politiken. Auch hierzulande wählen junge Männer überdurchschnittlich häufig rechts.
Verteilungsfrage stellen. In der Redaktion diskutieren wir darüber, wie Feminismus gedacht wird: akademisch oder „von unten“, individualistisch als Karrieresprungbrett oder intersektional, kollektiv als Systemfrage. Wir haben dazu unterschiedliche Positionen, doch wir hören einander zu. Einig sind wir uns darin, dass diese Ausgabe keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt – wohl aber auf Haltung. Wir stellen Verteilungsfragen, sprechen über feministische Ökonomie und überlegen: Welche Arbeit gilt als wertvoll? Und warum werden so oft jene übersehen, die tagtäglich das Leben am Laufen halten? Unser Team besteht hauptsächlich aus Frauen, mit unterschiedlichen Lebens- und Beziehungsformen. Uns geht es um ein gutes Leben für alle Personen. Ein Leben, das Care-Arbeit, Sorge füreinander, für Natur und Zukunft sichtbar macht. Für uns steht fest: Wir wollen der zerstörerischen Welt etwas entgegensetzen – und geben feministischen Stimmen aus aller Welt Raum.
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