Fleischatlas 2014. Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel

Von Redaktion ·

Annette Maennel (Hg.):

Sachbuch, Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und Le Monde diplomatique, Berlin, 2014, 52 Seiten, Gratisdownload

Auch die neue Publikation von Le Monde diplomatique erfüllt hohe Ansprüche. Heißt: Brisante, aktuelle Themenkomplexe aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert, informativ und verständlich erklärt und mit anschaulichen Grafiken vermittelt – ganz in der Tradition der „Atlas der Globalisierung“-Reihe.

Erst 2013 veröffentlichten die gleichen HerausgeberInnen einen Fleischatlas, dieser neue Fleischatlas versteht sich als dessen Fortsetzung. Dementsprechend greift er neue Aspekte zum globalen Fleischkonsum auf. „Industrialisierung“ zieht sich wie ein allgegenwärtiges Leitwort durch die einzelnen Kapitel: Eine wachsende und scheinbar unersättliche globale Mittelschicht forciert die industrielle Gestaltung der globalen Fleischproduktion. Lebensmittelketten übernehmen die Fleischversorgung von kleinen HändlerInnen. Riesenschlachthöfe mit Dumping-Arbeitsplätzen werden aus dem Boden gestampft.

Einige wenige Firmen züchten Hochleistungsrassen und verkaufen diese an die ganze Welt. Drei Viertel der agrarischen Nutzflächen werden für die Tierfütterung beansprucht. Der Handel mit Fleisch soll global werden und nimmt etwa bei den Verhandlungen zwischen USA und EU um ein neues Handelsabkommen breiten Raum ein. Diese massive Industrialisierung wird angetrieben durch den steigenden Fleischappetit der neuen Mittelschichten in den „BRICS“-Ländern. Der Fleischatlas analysiert nicht nur dessen Konsequenzen, sondern auch die verschiedenen Ausgangssituationen von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Einige Kapitel widmen sich Handlungsalternativen – der Frage nach einer sinnvollen EU-Agrar-Politik, der Verbreitung von Bio-Landwirtschaft und Organisationen für naturgemäßere Agrarsysteme. Thematisiert werden auch jene Alternativen, die in Bedrängnis geraten wie nomadische Fleischproduktion und urbane Tierhaltung.

Nichts von der früheren Ausgabe des Fleischatlas wissend, möchte man meinen, dieser widmet sich sehr speziellen Aspekten des globalen Fleischkonsums. Falls man die frühere Ausgabe kennt, ist er eine wertvolle Ergänzung. Gut daher, dass die aktualisierte Version des Fleischatlas 2013 als kostenloser Download zur Verfügung steht.
Ines Zanella

Download z.B. unter: www.monde-diplomatique.de/pm/.fleischatlas

Die gedruckte Version kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung bestellt werden: www.boell.de/de/2014/01/07/fleischatlas-2014

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