Fremd- und Selbstbilder

Darf ich ein Bild von dir machen? Die Fotografin Vera Brandner schaut ihr Gegenüber an und von oben in ihre Hasselblad-Kamera. Die Kamera steht nicht zwischen ihrem Gesicht und dem der Menschen. In den Blicken und Posen der Abgebildeten wird die Präsenz der Fotografin spürbar.

Für die Fotografin lautet die obige Frage immer auch: Darf ich mir ein Bild von dir machen? Die analog hergestellten Schwarz-Weiß-Fotografien machen gleichzeitig die Identifizierung des Selbst und des „Anderen“ sichtbar und die visuelle Konstruktion des „Anderen“ bewusst. Vera Brandner widmet sich der partizipativen Fotografie, sowohl in der Initiative ipsum, die sie mitbegründet hat, als auch in ihrer eigenen Arbeit.

Im Frühjahr wurde Brandners erster Fotoband mit dem Staatspreis für eines der „schönsten Bücher Österreichs“ ausgezeichnet. Darin zeigt sie ihre Fotos, die im Zeitraum zwischen 2003 und 2010 in Afghanistan, Pakistan, Israel, Angola und Palästina entstanden sind, wortlos. Die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion verschwimmen. Im beigelegten Textheft widmen sich drei kurze Essays der Arbeit Brandners: Mit ihrer „diskursiven Bildstrategie“ (Walter Moser) leiste Brandner einen Beitrag zur „Entkolonialisierung der Bilderwelt“ (Gerald Faschingeder). ki

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