Gebrauchsanweisung für die Welt

Andreas Altmann

Sachbuch. Piper Verlag, München 2012, 211 Seiten, Euro 15,50

Andreas Altmanns Buch handelt vor allem von einem: von Andreas Altmann. Davon, welche Einstellungen Altmann zum Reisen hat, wie er das Entdecken der Welt angeht und von den vielen Dingen, die er dabei richtig macht und die man ihm gleichtun sollte. Für den Leser und die Leserin zählt dabei die Frage: Ist mir Altmann und sein Zugang zur Welt sympathisch? Wenn ja – und das trifft auf die Rezensentin zu – ist Altmanns Gebrauchsanweisung eine kurzweilige, das Herz berührende Lektüre, die die Leidenschaft für das intensive Bereisen und Kennenlernen der Welt (wieder)erweckt.

Es ist eine Kampfansage an die Routine, eine Streitschrift gegen Stumpfsinn, Trägheit und Materialismus. Man müsse nicht reisen, räumt Altmann an einer Stelle ein, um ein einigermaßen geglücktes Leben zu führen. Nur, so die Botschaft seines Buches, blöd, wer es nicht tut! Jede Art des Reisens, ob mit großem oder kleinem Geldbeutel, ob schnell weit weg oder in langsamen Schritten an einen nahen Ort, sei ein Weg zur Welterkenntnis. Nur wach müsse man sein, platzen vor Neugier. In seinem Buch liefert Altmann Betrachtungen und Ratschläge zu den großen Themen des Reisens: der Sprache, der Art der Fortbewegung, dem Essen, dem Rassismus, der Gefahr usw.

Zwischendurch schildert er magische Momente, die er in den verschiedenen Ecken der Welt erlebt hat. Immer wieder ein Thema: die Liebe. Sich an fernen Gestaden zu verlieben, meint Altmann, könne zu einer Freude werden, die man bis ans Ende seiner Tage nicht vergessen will. Doch die größte Liebeserklärung macht der Autor dennoch dem Reisen selbst, für ihn Sinnbild von Lebenslust, Wissensdurst und dem Hunger nach allem.

Wem nun Andreas Altmann nicht sympathisch ist? Der wird sein Buch möglicherweise als Ansammlung von Anweisungen empfinden, ihn eingebildet oder arrogant nennen. Ihn vielleicht den „dümmsten Reiseschriftsteller aller Zeiten“ heißen, wie das einmal ein Kritiker tat. Ziemlich sicher ist: Altmann selbst würde das kaum scheren.
Nora Holzmann

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