Hermann Klosius

Von Redaktion ·

Ich träume von: einer Welt ohne Armut und Hunger, in der die Bedürfnisse von allen, das Recht auf ein menschenwürdiges Leben Vorrang haben gegenüber der Gier und der Gewinnsucht von wenigen. Und von einer Welt, in der die wirtschaftlichen Aktivitäten nicht das Leben zukünftiger Generationen gefährden.

Ich wurde aktiv: während der portugiesischen Nelkenrevolution und des Widerstandes gegen die Franco-Diktatur in Spanien. Einen wichtigen Anstoß gaben mir auch der Putsch in Chile 1973 und jener in Argentinien 1976. Angesichts der Folterung und Ermordung tausender Oppositioneller wollte ich einen Beitrag zum Sturz dieser menschenverachtenden Regime leisten.

Mit einer Million Euro würde ich: Basisbewegungen im ökologischen und menschenrechtlichen Bereich unterstützen, vor allem in Lateinamerika. Aber genauso Bewegungen hier, etwa Initiativen gegen das Freihandelsabkommen TTIP oder für eine menschliche, solidarische Asylpolitik.

Ich ärgere mich schrecklich über: die aktuelle Politik in Österreich und Europa, die den Gewinninteressen von Konzernen Vorrang gibt gegenüber Menschen- und Arbeitsrechten. Dabei fallen auch die Rechte der Natur unter den Tisch. Und darüber, dass die Religion des Wachstums die wichtigste Richtschnur der Politik ist.

Hermann Klosius (62) stammt aus Niederösterreich, sein Engagement für Lateinamerika reicht bereits 40 Jahre zurück. Im Jahr 1976 hat er die in Wien ansässige Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA) mitbegründet. Ebenso lange ist er als Redakteur der von der IGLA herausgegebenen Zeitschrift „Lateinamerika anders“ tätig. Und auch beim Verein Guatemala-Solidarität engagiert sich Hermann Klosius seit Jahrzehnten.

www.lateinamerika-anders.org

www.guatemala.at

Wenn jemand zu mir sagt „Hat doch eh alles keinen Sinn“, sage ich: Es hat in der Geschichte nie positive Veränderungen gegeben, ohne dass sich Menschen organisiert und dafür eingesetzt hätten. „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“, heißt es.

Ein guter Tag sieht für mich so aus: Viel kann dazu beitragen – ein interessantes Gespräch, ein bewegendes Musikstück, eine spannende Lektüre oder eine interessante neue Idee. Oder auch die Nachricht, dass eine Bewegung, die man unterstützt, erfolgreich Widerstand gegen ein zerstörerisches Projekt geleistet hat.

Das rate ich Leuten, die etwas verändern möchten: Versucht es nicht als Einzelkämpferinnen und -kämpfer, sondern in Zusammenarbeit mit anderen. Achtet darauf, dass die Mittel, die ihr verwendet, und der Umgang miteinander auch mit den Zielen zusammenpassen. Setzt nicht zu sehr auf bestehende, kommerzielle Medien, sondern nutzt und stärkt alternative Strukturen. Und seid darauf gefasst, dass sich die Erfolge nur Schritt für Schritt einstellen.  noh

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