Hits: Russendisko

Trikont/ Vertrieb Hoanzl

Von Werner Leiss
Nach allerdings nur scheinbar obskuren Kompilationen über finnischen Tango oder senegalesischen Rap nun eine weitere Tat abseits des Mainstreams vom dafür immer guten Label Trikont aus München. Zusammengestellt wurde die Russendisko mit Musik nicht nur aus Russland, sondern auch aus anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion, vom Schöpfer des gleichnamigen Romans, des in Berlin lebenden Wladimir Kaminer.
Musik allerdings, die (fast) nichts mit irgendwie traditioneller Volksmusik zu tun hat, sondern nur mit Begriffen wie Gypsy-Punk, Klezmer-Ska oder Balalaika-Rock‘n’Roll beschrieben werden kann.
Gleichnamige Partys finden natürlich auch längst statt, vor allem im Kaffee Burger im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, ein Bezirk mit vielen russischen EinwohnerInnen. Dabei dürfte die Post ziemlich abgehen, und in der Tat garantieren auch die Bands auf dieser CD eine einzige Party.
Ich habe übrigens mehrmals russische Wien-TouristInnen gesehen, die sich, völlig unvorbereitet damit konfrontiert, ungläubig und verzückt diese Lieder ihrer Heimat anhörten und kauften. Die (mir als Sprachunkundigen) leider unverständlichen Texte scheinen aber angesichts der Reaktionen durchaus auch nicht ganz belanglos zu sein.
Und, damit es endlich südlich wird, wer in Jamaika hätte schon geglaubt, dass es einmal Tausende russische Ska-Bands geben würde?

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