Hoffnung nach Mozart

Mozart global weiter gedacht: Peter Sellars Festival „New Crowned Hope“ bringt eine Reihe von Produktionen und KünstlerInnen aus dem Süden nach Wien.

Von MaK
In den Monaten November und Dezember wird Wien Bühne, Spielort und Ausstellungsraum für den letzten großen Beitrag zum Mozartjahr, der gleichzeitig eine der kühnsten Auseinandersetzungen mit der Marke Mozart ist. Der Leiter Peter Sellars holt mit seinem Festival „New Crowned Hope“ den Künstler von damals dort ab, wo er jetzt stehen könnte, und führt ihn in eine globale Community ein, die mit ihrer Kunst heute Ähnliches leistet wie der Komponist vor mehr als 200 Jahren. Viele der Musiktheater- und Tanzperformances, der Spielfilme, Kompositionen und bildnerischen Objekte, die von 14. November bis 13. Dezember vorgeführt werden, stammen von RegisseurInnen, ChoreographInnen und KomponistInnen aus dem Süden.
Südwind sprach mit der äthiopischen Kulturanthropologin Meskerem Assegued, die im Bereich bildende Kunst die Ausstellung „Green Flame“ kuratiert. Mensch und Umwelt stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Kunstschaffenden aus Mexiko, den USA und Äthiopien. Gemeinsam ist ihnen der zeitgenössische Blick auf alte Rituale und ihre Übertragung in neue Formen. Assegued dazu: „Ich dokumentiere alte Rituale, die heute noch praktiziert werden, auf so viele Arten wie möglich. Die meisten der von mir erforschten Rituale sind darauf ausgerichtet, uns an die Notwendigkeit zu erinnern, freudvoll mit unserer Umwelt zu leben. Mithilfe von Kunst versuche ich sie so, wie ich sie verstehe, in eine Sprache zu übersetzen, die leicht verstanden wird.“
Zu den Mbira-Improvisationen des simbabwischen Musikers Albert Chimedza werden die mexikanischen Künstler Ernesto Novelo sowie Sergio und Reinaldo Pech einen mit Gras bedeckten Raum durch ihr vor den Augen des Publikums entstehendes Werk verwandeln. Auch die Lehm- und Stroh-Skulpturen von Elias Sime entstehen vor Ort. In der Installation von Julie Merethu und Stephen Vitiello kommunizieren Wandzeichnungen von Landkarten, Landschaften und Architektur mit Umweltklängen. Assegueds Idee dabei ist, moderne rituelle Kunst unter die Leute zu bringen, die sich „positiv und kreativ“ ökologischen Themen widmet. „Green Flame ist eine Ausstellung, die erfahren werden muss. Sie geht lustvoll an Themen heran, die uns alle betreffen“, so die Kuratorin. Auch Wiener Kinder nehmen daran teil und machen Kunstwerke aus gebrauchten Gläsern, die Meskerem Assegued zu einer leuchtenden Skulptur zusammensetzt.
Die Ausstellung „Green Flame“ wird zusammen mit ebenfalls für das Festival entstandenen Installationen der australischen Künstlerin Lynette Wallworth im project space der Kunsthalle Wien und im Künstlerhaus gezeigt. Sie wird am 16. November eröffnet und ist bis 13. Dezember zu sehen. Das Künstlerhaus ist für die Dauer von New Crowned Hope Festivalzentrum mit einer Lese-Lounge, Konzerten (u. a. von AsylwerberInnen) und KünstlerInnengesprächen.

Festival „New Crowned Hope“
von 14.11. bis 13.12.

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