Kampf der Kleinsten und Sorge der Alten

Von Andreas Boueke · · 2026/Nov-Dez
Kurzkommentar
Eine persönliche Annäherung an den demografischen Wandel in Guatemala und Deutschland. Als ich Ende 1990 das erste Mal nach Guatemala kam, schien im fernen Deutschland demografisch noch alles in Ordnung. In den zwölf Monaten zuvor war die Bevölkerung dort um 0,2 Prozent gewachsen. Die Politik verbreitete die beruhigende Formel: „Die Rente ist sicher.“ In Guatemala hingegen wurde ich vom ersten Moment an buchstäblich von Kindern umringt, was mich 1996 zu meinem Buch „Kampf der Kleinsten“ inspiriert hatte. Die durchschnittliche Kinderzahl einer guatemaltekischen Frau lag damals bei etwa 3,5 Kindern. Da lebten rund neun Millionen Menschen in Guatemala. Heute sind es mehr als doppelt so viele. Aber: Seither ist die Geburtenrate deut-lich gesunken. Bei statistisch 2,3 Kindern pro Frau wächst die Bevölkerung Guatemalas heute nur noch langsam. Zudem hat ein erheblicher Teil der jungen Menschen das Land verlassen. Den Eindruck, Kinder seien in der Mehrheit, bekommt man nur noch in manchen ...

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