Kino im Konjunktiv

Von Redaktion ·

Eine Retrospektive im Österreichischen Filmmuseum bietet einen ungewohnten Blick auf Syrien jenseits des aktuellen Konflikts – mit dem Werk dreier Filmemacher.

Bereits das fünfte Jahr in Folge tobt in Syrien ein blutiger Bürgerkrieg. Zunächst friedliche Demonstrationen für Freiheit und gegen Präsident Bashar al-Assad eskalierten durch den Einsatz brutaler Gewalt des Regimes gegen die Bevölkerung. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Flüchtlinge wird auf bis zu sechs Millionen geschätzt. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.

All die Bilder von Krieg und Zerstörung der vergangenen Jahre haben die Erinnerung an das Vorkriegs-Syrien schon beinahe verblassen lassen. Eine Schau im Filmmuseum Wien rückt mit insgesamt 18 Filmen nun genau dieses in den Mittelpunkt: In den 1970ern und 1980ern spielte Syrien eine bedeutende Rolle für die filmische Moderne, mit drei befreundeten Filmemachern an der Spitze dieser Entwicklung: Omar Amiralay, Mohamad Malas und Ossama Mohammed.

Die Werke der drei Filmemacher – der 2011 verstorbene Amiralay schuf im Gegensatz zu Malas und Mohammed ausschließlich Dokumentarfilme – sind geprägt von der bewegten Geschichte des Landes, von Staatsstreichen, Kriegen und jahrzehntelanger Alleinherrschaft der Baath-Partei. Malas meinte einst, ein syrisches Kino gäbe es nicht, da dafür nie die nötige Ruhe eingekehrt sei. Im Pressetext wird auf die offen bleibende Frage Bezug genommen: „Es mag schon sein, dass es kein syrisches Kino gibt, doch im Schaffen dieser drei Meister offenbart sich ein Syrien, welches ein Kino hätte – das einmal möglich war und von dem die Welt viel zu lernen hätte.“       cbe

Eine Syrische Moderne, 3. bis 15. Juni, Filmmuseum Wien.

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