

Mit diesen Büchern reisen Sie um die Welt – zu Geschichten und Stimmen aus Kolumbien, Afghanistan und von den Philippinen.
Wir begeben uns ins Kolumbien der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Marbel Sandoval Ordóñez erzählt, in An einem Seitenarm des Río Magdalena (bahoe books, Wien 2025, 173 Seiten, 22,00 €), die Geschichte zweier Mädchen, deren Freundschaft so zerbrechlich ist wie die Zeit, in der sie aufwachsen. Als junge Reporterin hat Sandoval das Massaker vom 12. Januar 1984 in Vuelta Acuña mitverfolgt. Zeitungsmeldungen aus diesen Tagen fließen in den Roman ein, der trotz seiner erzählerischen Leichtigkeit nie unbeschwert wird. Schon der erste Satz verrät das Ende. Aus Angst vor den Paramilitärs ist Paulina mit ihrer Mutter und den Geschwistern von der Finca der Familie in die Erdölstadt Barrancabermeja flussabwärts geflohen. Ein Roman, der sensibel für Gewalt macht und dafür, wie über sie berichtet wird.
So ziemlich auf der anderen Seite der Welt hat die kanadische Journalistin und langjährige Auslandskorrespondentin Lyse Doucet seit 1988 viele Male im einst luxuriösesten Hotel Afghanistans eingecheckt. Es wurde 1969 in Kabul als Intercontinental eröffnet und wird noch heute von den Taliban betrieben. Basierend auf Erinnerungen von Bediensteten und Besucher:innen hat sie in ihrem Buch Hotel Kabul (Goldmann, München 2025, 480 Seiten, 28,80 €) eine umfassende Sozialgeschichte Afghanistans verfasst. Sie schreibt darin, dass sie den vielen Afghan:innen ungeheuer dankbar sei, die ihr in all den Jahren ein Heimatgefühl gaben. Diese Haltung, ihr offenbar aufmerksames Zuhören und der Wille das Erfahrene detailgetreu wiederzugeben, macht die Lektüre dieses Buches zu einem Dokument, das in Erinnerung bleibt.
Das tut auch das das Kinderbuch Feiern auf Philippinisch (Edition Orient, Berlin 2025, 64 Seiten, 22,70 €) von Eugen Y. Evasco, Professor für Kreatives Schreiben an der Hochschule für Künste und Literatur der philippinischen Universität Diliman und Joffrey Zamora „Pepot“ Atienza, Kinderbuchillustrator aus der philippinischen Provinz Quezon. Gleich auf drei Sprachen – Filipino, Deutsch und Englisch – wird in dieser erstmals hierzulande veröffentlichten Ausgabe beschrieben und illustriert, was es beim Pahiyas-Festival, dem Erntedankfest, das im Mai gefeiert wird, zu schmecken, riechen hören und bestaunen gibt: Ein Fest für alle Sinne. Ganz besonders die Darstellung: Atienza hat alle Figuren selbst gebastelt, deren Kleidung handgenäht und dann die Szenen abfotografiert. Ein Augenschmaus, der über kleine Fehler, die im Lektorat der deutschen Textstrecken unentdeckt geblieben sind, hinwegsehen lässt.
Die drei Tipps kommen von Christina Schröder und Monika Schneider-Mendoza.
Die hier vorgestellten Bücher erhalten Sie in den Filialen der Südwind-Buchwelt in Wien oder online: suedwind-buchwelt.at



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