Menschen, die bewegen: Maria Hengstberger

Von Redaktion ·


Sie begegnen Ihrem 18-jährigen Ich. Welchen Rat geben Sie sich?

Bleib dran an deinen Zielen, du wirst schaffen, was du dir vornimmst! Ich habe schon mit 18 gewusst, dass ich Ärztin und Entwicklungshelferin werden will, auch wenn die Voraussetzungen dafür schwierig waren. Bestärkt darin hat mich auch die große Liebe, die ich von meiner Mutter bekommen habe.

Welche Weisheit haben Sie als letzte gelernt?

Jetzt mit fast 80 Jahren bin ich manchmal schon müde, aber ich glaube an die Worte von Benediktinerpater Anselm Grün, wonach du mit deinen Aufgaben stärker wirst und die Kraft mit deinen Zielen wächst.

Wo sind Sie am liebsten?

Eindeutig in der Natur – besonders mit Blick auf fließendes Wasser. Wenn ich einen großen Ast darin sehe, wie er sich erst irgendwo spießt und dann schließlich doch weitertreibt, dann vergleiche ich dieses Bild mit menschlichem Leid und wie das auch vorbeigehen kann. Das Glück ist ein Fluss …


© Rita Newman

Maria Hengstberger, 79, wuchs in Wien auf, studierte Gynäkologie und praktizierte dann als Fachärztin in ihrer Ordination im zwölften Wiener Gemeindebezirk. 1988 leistete sie auf Einladung von Karl-Heinz Böhm ihren ersten Entwicklungshilfeeinsatz in einer Gesundheitsstation in Äthiopien. Da wurde ihr bewusst, wie wichtig Familienplanung für die Bewältigung von Armut ist.

Ein Jahr später gründete sie die NGO Aktion Regen mit dem Ziel, genau dieses Bewusstsein zu schaffen, und den Menschen dafür anschauliche didaktische Materialien zur Verfügung zu stellen. Beispiele: der Handschuh (siehe Foto), der zeigt, warum Familienplanung wichtig ist; die „Babykette“ zur Berechnung des Zyklus und Klitorismodelle. Aktion Regen ist heute in zwölf afrikanischen Ländern mit über 800 Multiplikator*innen aktiv.

aktionregen.at

Welcher Gedanke bringt Sie in der Früh aus dem Bett?

Ich liebe das Leben und bin dankbar für jeden Tag, an dem ich aufstehen darf!

Was bringt Sie auf die Palme?

Nichts und niemand! Als Ärztin und Mensch ist mir bewusst, dass Ärger Gift ist und das trinke ich nicht. Diese Einstellung habe ich geübt, im Unterbewusstsein abgespeichert und hole sie hervor, wenn ich sie brauche.

Was macht Ihnen Angst?

Die mangelnde Beschäftigung bzw. mangelhaften Entscheidungen der Politikerinnen und Politiker zu Problemen, die die Zukunft der Jugend betreffen.

Was würden Sie ändern, wenn Sie die Macht dazu hätten?

Noch mehr in den Köpfen verankern, dass Wissen um Notwendigkeiten wie beispielsweise die Menschenrechte eine Chance sind, um Bedürfnisse zu stillen und sich selbst zu helfen.

Welche gute Tat kann jede*r hierzulande heute noch tun?

Sehen – Denken – Handeln. Das heißt: Problematische Situationen wahrnehmen, sich damit auseinandersetzen, Lösungen erarbeiten und diese dann umsetzen; erst im Kleinen. Die Schritte werden größer, wenn sich andere anschließen.

cs

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