Melange fürs Radio

Von Lydia Matzka ·

Journalismus als interkulturelle Begegnung.

Mitte Juli haben angehende JournalistInnen aus Österreich, Uganda, Ghana und Tansania begonnen, gemeinsam an vier Radiosendungen zu arbeiten. Nach circa dreimonatiger Ausbildung und Recherche wurden die Beiträge fertig gestellt, die jetzt im Oktober im „Radio Afrika“ auf Mittelwelle zu hören sind. Die Reportagen sind auf Englisch. Es geht um: Fremdsein in Ghana und Österreich, Pressefreiheit in Österreich und Tansania, Österreichs Schwerpunktland Uganda sowie um Tourismus in Österreich und Tansania.
Die acht Jugendlichen, vier ÖsterreicherInnen und vier AfrikanerInnen, haben zuerst in Wien im Radio Afrika Center (siehe nebenstehender Artikel) an einer sechswöchigen Radiojournalismus-Ausbildung teilgenommen. Im Anschluß wurde hauptsächlich in Wien recherchiert. Im September folgte ein Praktikum in Ghana, Uganda und Tansania, wo die Recherche für die jeweiligen Themen fortgesetzt wurde.
„Österreich kann stolz sein, dass es dieses Projekt mit AfrikanerInnen gibt, ohne Ausgrenzung und Ausbeutung“, sagt Alexis Neuberg-Nshimyimana, der Leiter des Radio Afrika Centers. Das Verhältnis zwischen WienerInnen und den dort lebenden AfrikanerInnen ist oft gespannt und von Vorurteilen geprägt. Diese gilt es abzubauen. Alexis Neuberg-Nshimyimana: „Es liegt an uns aufzuklären.“ Dabei solle erkannt werden, dass wir gleich und anders sind, fügt Günther Stachel, der stellvertretende Sektionschef der Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium hinzu.

Das Jugendaustauschprogramm „Melange“ ist ein Pilotprojekt, das gemeinsam mit „Grenzenlos“ (Organisation für interkulturellen Austausch) und dem Radio Afrika durchgeführt wurde. Die Kosten von 300.000 Schilling wurden vom Landesjugendreferat der Stadt Wien und der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium übernommen. Ziel ist es, das Projekt in den Europäischen Freiwilligendienst (EFD) einzugliedern. Das würde bedeuten, dass das Projekt nächstes Jahr auch finanziert wird und somit fortgesetzt werden könnte. Denn es sei wichtig, so Josef Hollos vom Landesjugendreferat, „über die Grenzen hinwegzuschauen, um die Nachbarn kennen zu lernen“.


Radio Afrika: FM-Afrique auf Orange 94.0 MHz (nur in Wien) und Tribüne Afrikas auf Mittelwelle 1476 kHz (in ganz Europa), http://africa.sil.at
Infos zu „Grenzenlos“: Liechtensteinstraße 20, 1090 Wien, Tel. 01/315 76 DW36, e-mail: grenzenlos.efd@magnet.at


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