Menschen, die bewegen: Alexander Behr

Von Christina Schröder · · 2022/Mai-Jun

Die Antwort auf welche Fragen wünschen Sie sich gerade am meisten?

Wie können wir die sozial-ökologische Krise überwinden? Welche solidarische Arbeitsteilung kann greifen, was kann kritische Wissenschaft bewirken und welche sozialen Bewegungen sind zielführend? Damit beschäftige ich mich gerade in meinem aktuellen Buchprojekt „Globale Solidarität“, das im Oktober im Oekom-Verlag erscheinen wird.

Was können Sie anderen beibringen?

Wie man eine Radioreportage schreibt, ein Plenum moderiert und Palatschinken zubereitet.

Ein guter Rat, nach dem Sie leben?

Jean Ziegler sagt mir jedes Mal, wenn wir telefonieren: Wir sind dermaßen privilegiert, dass wir die Pflicht haben, unsere Privilegien zu nützen, um die Welt zu einer besseren zu machen. Das versuche ich tagtäglich.

Alexander Behr © Christina Schröder / SWM

Alexander Behr, 42, studierte in Wien und ist Politikwissenschaftler, Übersetzer und Journalist. Neben der Lehrtätigkeit an Universitäten, an Schulen und bei Gewerkschaften ist er u. a. wissenschaftlicher Mitarbeiter bei „Diskurs. Das Wissenschaftsnetz“. Als freier Journalist arbeitet er u.a. für ORF.at, Neues Deutschland, Taz, Standard und Ö1. Seine Arbeitsschwerpunkte: Klimagerechtigkeit, imperiale Lebensweise, Flucht und Migration und Nord-Süd-Verhältnisse.

Ehrenamtlich engagiert sich Behr in mehreren Netzwerken in den Klimagerechtigkeitsbewegungen und im antirassistischen Bereich, unter anderem bei der Unterstützung migrantischer Landarbeiter*innen in der industriellen Landwirtschaft.

Eine Begegnung, die Sie nie vergessen werden?

Das Kennenlernen von Lina Ben Mhenni in Tunis. Sie war eine feministische Bloggerin und politische Aktivistin. Bei den Aufständen des Arabischen Frühlings spielte sie eine zentrale Rolle. 2020 ist sie leider verstorben. Uns verband eine Freundschaft und ich vermisse sie sehr.

Was macht für Sie einen Tag zu einem guten Tag?

Wenn ich mit meinem Sohn spielen, an einer Demo teilnehmen oder Zeit in unserem Gemeinschaftsprojekt Mühle Nikitsch im Burgenland verbringen kann.

Was würden Sie ändern, wenn Sie die Macht dazu hätten?

Ich würde sofort den Krieg in der Ukraine beenden – und gemeinsam mit vielen anderen auf der ganzen Welt eine friedensorientierte, antirassistische und feministische Politik umsetzen, die soziale Gerechtigkeit herstellt und den fossilen Kapitalismus beendet.

Der Glaube woran gibt Ihnen Hoffnung in schwierigen Zeiten?

Ich halte es da sinngemäß mit dem Schriftsteller, Philosophen und Theoretiker Antonio Gramsci: Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens. Optimismus, genauso wie Hoffnung, ist nicht die Überzeugung, dass etwas unter allen Umständen gut ausgeht. Es bedeutet vielmehr, dass solidarisches Handeln Sinn macht, egal wie die Dinge am Ende ausgehen.

Welche gute Tat kann jede*r hierzulande heute noch tun?

Sich gegen jegliche Art von Nationalismus und Krieg einsetzen!

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