Menschen, die bewegen: Iketina Danso

Von Redaktion · ·
Portraitfoto von Iketina Danso in einem Garten
© M. A. Chucker

In welchen Momenten ist Ihnen nach Schreiben zumute?
Jetzt, als Teilnehmende bei Treffen des „Queer Writers Circle Vienna“.

Was macht Sie zufrieden?
Eis essen in einer guten Gelateria.

Was würden Sie zusätzlich tun, wenn Ihr Tag 25 Stunden hätte?
Versuchen zu schlafen, aber dann wahrscheinlich doch etwas anderes tun.

Was macht Sie wütend?
Strukturelle Diskriminierung in Institutionen. Und: wenn ich mit meinen drei Söhnen über die Erledigung der Haushaltsarbeit diskutieren muss.

Welche Fähigkeit, die Sie noch nicht haben, wünschen Sie sich?
Ich würde gern alle Sprachen der Welt sprechen.

Was ist ein Rat, den Sie gerne anderen mitgeben?
Dinge im Leben auszuprobieren, auch wenn man Angst hat, daran zu scheitern. Hier sind viele Menschen eher zurückhaltend, was das betrifft, obwohl sie das Privileg genießen, in Österreich zu leben, wo es viele Sicherheitsnetze gibt. Menschen, die dazukommen, scheinen das viel mehr anzuerkennen und in vielerlei Hinsicht mutiger zu agieren.

Wovon braucht die Welt am meisten um eine bessere zu werden?
Offensichtlich mehr Frieden und weniger Krieg!

Und wie kommen wir dorthin, Ihrer Meinung nach?
Wir müssen das, was wir wollen, den anderen vorleben und als Beispiele wirken. Weniger Heuchelei mehr Verantwortungsübernahme und Mitmenschlichkeit.

Und was kann jede:r hierzulande heute noch tun?
Menschen offline mehr zuhören, wenn sie über ihr Leben und ihre Erlebnisse und Bedürfnisse sprechen. Dann können wir erst auf sie eingehen und uns gemeinsam um ein besseres Miteinander kümmern. cs

Iketina Danso kommt aus Großbritannien und hat an der Manchester Metropolitan Business School Internationales Personalmanagement sowie im belgischen Brugge Internationale Personalentwicklung und Sozialpolitik am College of Europe studiert.
20 Jahre lang arbeitete sie in verschiedenen Regierungsinstitutionen in Großbritannien, Genf und Neu-Delhi u.a. in den Bereichen Politikgestaltung, Menschenrechte, Antidiskriminierung, und Personalwesen.
Vor 14 Jahren kam Danso nach Wien, wo sie als Expertin für Gender-Mainstreaming, Chancengerechtigkeit und Organisational Learning bei mehreren internationalen Organisationen arbeitete.
Heute leitet sie den Bereich Diversity an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Ihre schriftstellerische Laufbahn betrat Danso, dreifache Mutter, „zwischen der Waschmaschine und den Kindern“, sagt sie. Als Ventil im Alltag habe sie angefangen Gedichte zu schreiben. Daraus entstand ihre erste Poesiesammlung „Inaugurations“.
In Zusammenarbeit mit queeren und bildenden BIPOC-Künstler:innen, die sie auf Instagram fand, kreierte sie mit den Gedichten eine Serie von illustrierten ,,Poesie-Postern“, dann wurde daraus ein Buch, das sie unter dem Namen JG Danso veröffentlichte. Den Erlös aus dem Verkauf spendete sie der Vila Vida, einem queeren Community-Café, das eine Freundin von ihr kurz vor Beginn der Corona-Pandemie eröffnet hatte.
2021 gründete Danso mit zwei anderen den Verein hint.wien (Highly Intersectional Vienna), der hochgradig intersektionale queere Gemeinschaften durch Storytelling stärkt. Daraus entstand auch „Queer Writers Circle Vienna“, im Rahmen dessen es regelmäßige Treffen zum gemeinsamen Schreiben, zu Lesungen und Workshops gibt.

Noch mehr zum Lesen:
Buchcover von "Vienna Vibes"

,,JG Danso persents Queer Writers Circle Vienna“ (Vienna Vibes, Wien 2026, 212 Seiten, 26,99 €). Erhältlich ab Ende Juni in unabhängigen ausgewählten Buchhandlungen wie Bibliobox und O*Books.
Gedichte: JG Danso A Thousand Ships(Verlag Triple Threat Wow, Wien 2022, 28 Seiten, 17,00 €)
Gedichte und Malbuch: JG DansoA Thousand Ships“ (Verlag Triple Threat Wow, Wien 2023, 50 Seiten, 25,00 €)

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