Menschen, die bewegen: Ilse Hanak

Von Christina Schröder · · 2022/Jan-Feb

Sie begegnen Ihrem 18-jährigen Ich im Jahr 1951. Welchen Rat geben Sie sich?

Ich bekam damals ein Stipendium für einen USA-Aufenthalt und hatte große Erwartungen. Mein Rat an mich damals wie heute: das Beste daraus zu machen.

Welche Lebensweisheit würden Sie einer 18-Jährigen heute vermitteln?

Meine Enkelin ist 18 Jahre alt. Wir gingen neulich gemeinsam ins Burgtheater zu Schillers Maria Stuart. Sie sollte sehen, wie manche der klassischen Dichter Herausforderungen angehen. Wir können daraus lernen und für die heutige Zeit Lösungen finden.

Welche Beschäftigung erfüllt Sie mit Freude?

Ich treffe gerne meine Familie, Freunde und Freundinnen – wenn es nicht anders geht, auch online. Bewegung ist mir wichtig, damit der Geist nicht einschläft. Gerne mache ich Wanderungen in die Berge oder fahre Rad. Gelegentlich bringe ich mir Blumen mit nach Hause: die schauen mich dann an, wenn ich allein bei Tisch sitze.

Ilse Hanak
© Veronika Rimacek

Ilse Hanak wurde 1933 in Wien geboren. Sie studierte Anglistik und Psychologie und ging später mit ihrem Ehemann nach Salzburg, wo sie bis heute lebt. Das Ehepaar zog vier Kinder groß. Zig Reisen führten Hanak in viele Länder des Globalen Südens, vor allem in Afrika. Sie ist bis heute in diversen entwicklungspolitischen Initiativen und Gremien tätig:
u. a. in der Selbstbesteuerungs-gruppe „Erklärung von Salzburg für solidarische Entwicklung“, bei WIDE (Women in Development Europe) und auch bei Attac.

Im Fokus ihrer Arbeit standen und stehen Entwicklungszusammenarbeit und -politik sowie der Kampf für Gendergerechtigkeit. Im September 2021 wurde sie mit dem Südwind-Preis „Die Seglerin“ für ihr entwicklungspolitisches Lebenswerk ausgezeichnet.

Welcher Gedanke bringt Sie in der Früh aus dem Bett?

Oft schreibe ich mir am Vortag auf, was am nächsten Tag zu tun ist, um es nicht zu vergessen. Dann weiß ich auch, wofür ich aufstehe.

Wo halten Sie sich am liebsten auf?

In den Bergen, am Meer, in meiner alten Wohnung in Wien. Eigentlich geht es mir aber mehr darum, mit wem ich zusammen bin, der Ort ist zweitrangig.

Auf was achten Sie, wenn Sie jemanden kennenlernen?

Ich schaue darauf, ob und wie mein Gegenüber mich versteht und auf das eingeht, was ich sage.

Mit wem würden Sie gerne einen Kaffee trinken gehen und übers Leben reden?

Ich trinke Tee! Gerne würde ich Sven Giegold wieder einmal treffen, einen deutschen Grünen, der auch Attac mitbegründet hat, und mit ihm über Probleme und Lösungsansätze reden, was soziale Themen und die Umwelt betrifft.

Was kann jede und jeder heute noch tun, um einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten?

Es gibt so viele Möglichkeiten! Zum Beispiel kann jeder und jede sich an Hilfsorganisationen wenden und sie mit Spenden oder auch mit ehrenamtlichen Tätigkeiten unterstützen. Da sollte für alle etwas dabei sein!    

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