Musik der Unerhörten

Von den USA bis Wien: KünstlerInnen verarbeiten die Diskriminierung von Schwarzen Menschen. Eine Auswahl.

Von Marvin-Tare Landl

Die Polizeibrutalität in den USA und der Tod des ermordeten Afroamerikaners Georg Floyd hat eine Welle an Protesten und Solidarität seitens der globalen Black Community ausgelöst.

Auch in der Kunstszene ist das Thema stark im Fokus. In unterschiedlichen Genres wird auf Ungerechtigkeit und Diskriminierung aufmerksam gemacht.

In der Entertainment-Welt etwa zeigen sich Veränderungen, namhafte Comedians wie Dave Chapelle oder Mike Jones veröffentlichten Videos, in denen sie sich an der Grenze von Humor und anspruchsvoller Auseinandersetzung mit dem Thema beschäftigen.

Musik stellte schon immer ein Sprachrohr von Minderheiten dar. Ein Lied, das im Netz gerade große Wellen schlägt, ist „Black“ vom US-amerikanischen Rapper Buddy – eine Hommage an seine Hautfarbe und Kultur.

Ein weiterer international beachteter, und gleichnamiger Song, der nicht im Zuge der Geschehnisse entstanden ist, aber dennoch das Thema behandelt, ist „Black” vom britischen Rapper Dave.

Der Musiker hat den Track bei den diesjährigen Brit-Awards im Februar aufgeführt und wurde dafür kritisiert. Weiße fühlten sich angegriffen, andere meinten, das Thema sei zu „politisch“ für ein derartiges Großevent.

Ventil. Auch in Österreich gibt es aktuelle Reaktionen auf die Diskriminierung von Schwarzen: Der in Wien ansässige Rapper T-Ser veröffentlichte „Block brennt“. Den Song hat er vor zwei Jahren geschrieben, aber erst im Zuge der derzeitigen Proteste veröffentlicht.

Anlass war ein Übergriff durch die Polizei 2018: T-Ser wurde mit Label-Kollegen in einem Park in Wien ohne angegebenen Grund zuerst kontrolliert und dann von der Polizei aus der Anlage gezerrt.

„Block brennt“ gleicht einer lyrischen Brandrodung. „Am liebsten hätte ich wirklich etwas angezündet, aber ich habe versucht, meine ganze Wut einfach in einen Track zu packen”, sagt T-Ser dazu.

Das Video von David Schabasser-Diaby zum Lied zeigt auf starke Weise Parallelen des Lebens von Personen mit schwarzer Hautfarbe in den USA und Österreich auf.

Marvin-Tare Landl ist ein Afroösterreicher, der bei Südwind seinen Zivildienst abgeleistet hat und sich zurzeit als Kultur-Journalist beweisen will.

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