Muzsikás (feat. Márta Sebestyén & Alexander Balanescu): "Bartók Album"

Weltmusiktip Von Ö1 und SÜDWIND

Von Albert Hosp
Eigentlich war Béla Bartók ja selbst schon ein World-Music-Komponist: Zwischen 1904 und 1919 reiste er mit dem Phonographen durch die Welt, hörte den Musikanten zu, nahm sie auf, schrieb ihre Melodien ab und verwendete sie in eigenen Werken; er führte also eine Art Stilfusion zwischen klassischem Musik-Vokabular un der, wie er es - durchaus respektvoll - nannte, "Bauernmusik", herbei. Die Musiker der ungarischen Gruppe Muzsikás arbeiten in der Nachfolge Bartóks, wenn sie auch nicht in der Klassik, sondern doch ganz stark in der Volksmusik verwurzelt sind. Muzsikás sind, gemeinsam mit der Sängerin Márta Sebestyén, die wahrscheinlich berühmtesten Exponenten der ungarischen Volksmusikszene, seit dem Revival der siebziger Jahre.

Für die neue CD haben sie auch noch den Geiger Alexander Balanescu eingeladen - er ist selbst Mitglied eines grenzüberschreitenden Ensembles, eben des Balanescu-Quartetts.

In steter Abwechslung präsentieren sie auf dieser CD: Original-Aufnahmen von Bartók, dann aus seinen 44 Duos für zwei Violinen, in denen er vieles verwendete, und schließlich - weitaus am ausführlichsten - eigene Interpretationen der Melodien. Diese stammen zum Großteil aus dem Grenzgebiet zwischen Ungarn und Rumänien. Feurig sind sie, diese Tänze, oder melancholisch, die langsameren Stücke, berührend auch. Die ganze Produktion ist erfreulich akustisch besetzt, mit Geigen, Flöte, Gitarre, Zymbal und sparsam eingesetzter Percussion.

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