Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit

Von Irmgard Kirchner ·

Der Titel des neuesten UNDP-Berichts über die menschliche Entwicklung bereitet inhaltlich auf die Konferenz Rio plus 20 im kommenden Juni vor.

Nachhaltigkeit ist nicht ausschließlich und nicht vorrangig ein Umweltproblem. Dies ist eine der Kernaussagen des UNDP-Berichts 2011, der Ende Jänner in der Diplomatischen Akademie in Wien präsentiert wurde. Dieser Bericht, laut Hans Winkler, dem Direktor der Diplomatischen Akademie, „eines der wichtigsten internationalen Dokumente“, untersucht die menschliche Entwicklung aus einer globalen Perspektive. Und ringt dabei um ein neues Entwicklungsparadigma, denn – so Irene Giner-Reichl, die scheidende Leiterin der Sektion Entwicklungszusammenarbeit im Au­ßenministerium – es gehe um Nachhaltigkeit für Eine Welt und nicht etwa um zwei Geschwindigkeiten der Entwicklung.

Khalid Malik, der Direktor des UNDP-Berichtsbüros, brachte es auf den Punkt: Die festzustellenden Fortschritte der menschlichen Entwicklung sind bedroht durch negative Trends bei Umwelt und Gerechtigkeit.

In Hinblick auf die Konferenz Rio plus 20 von rund 120 Staatsoberhäuptern im Juni leistet der UNDP-Bericht einen wichtigen Beitrag zum globalen Dialog. Rio plus 20 sei laut G77 eine Entwicklungskonferenz und dürfe nicht von der Umweltbewegung in Beschlag genommen werden, betonte Kandeh Yumukella, Generaldirektor der UNIDO.

Verbesserungen beim Indikator für menschliche Entwicklung (HDI) sind überall auf der Welt mit Umweltzerstörung verbunden. Und diese Schäden wirken sich auf die bereits am stärksten Benachteiligten, die am wenigsten dazu beigetragen haben, am heftigsten aus. Umweltzerstörung und Ungleichheit verstärken sich gegenseitig.

Trotz dieses negativen Befundes drückt der UNDP-Bericht Optimismus aus. Es sei möglich, eine dreifache Win-Win-Win-Situation aus den Komponenten Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und menschliche Entwicklung zu schaffen. Die Lösung liege auf der politischen Ebene.

Ein Beispiel: Der Zugang zu moderner Energie für alle Menschen würde – vorausgesetzt alle bereits gegebenen politischen Zusagen werden eingehalten – die Kohlendioxidemissionen nur um schätzungsweise 0,8 Prozent erhöhen. Die geschätzten Kosten für entsprechende Investitionen pro Jahr betragen weniger als ein Achtel der jährlichen Subventionen für fossile Brennstoffe.

Kostenloser Download unter: hdr.undp.org/en/reports/global/hdr2011/

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