¡No!

Von Redaktion ·

Film

DVD, 113 Min.

Es gibt Filme, die oberflächlicher wirken als sie sind. Die scheinbar „nur“ unterhalten, in Wahrheit zwischen den Zeilen aber viel mehr mitliefern. Der Spielfilm „¡No!“ des chilenischen Regisseurs Pablo Larraín ist so ein Film. Und zu Recht hoch gelobt.

„¡No!“ basiert auf einem unveröffentlichten Theaterstück des Schriftstellers Antonio Skármeta, eines Landsmanns von Larraín. Die Handlung begleitet die fiktive Figur des chilenischen Werbefachmanns René Saavedra – gespielt vom Mexikaner Gael García Bernal – in der Zeit des Diktators Augusto Pinochet. Saavedra, ein junger, modern denkender Werber, soll die Kampagne der GegnerInnen Pinochets im Vorfeld eines nationalen Referendums im Jahre 1988 dirigieren. Abgestimmt wurde über nichts Geringeres als über die Verlängerung der Amtszeit Pinochets um weitere acht Jahre.

Saavedra macht überhaupt nicht den Eindruck eines Idealisten. In manchen Momenten wirkt es so, als wäre ihm die Sache, also der Widerstand gegen einen Diktator, regelrecht egal. Er scheint die Herausforderung zu suchen. Erst recht, als die Bedingungen für das oppositionelle Lager immer schwieriger werden, dadurch, dass das Regime ein Hindernis nach dem anderen aufstellt.

Aber gerade das macht den Film spannend: Erkennt der Leidenschaftslosere, quasi aus der Distanz, manchmal mehr und kann dadurch mehr bewegen? Und: Wieviel Marketing und Werbung braucht ein Wandel wie der Sturz einer Diktatur? Immerhin geht es dabei immer um Massen, die für eine Sache gewonnen werden sollen. Und bekanntermaßen sparen Regime auch selten bei Propaganda. Nicht selten zeigt die auch ihre Wirkung.

Es sind tiefgehende Fragen wie diese, die „¡No!“ ganz subtil aufwirft. Ganz nebenbei gibt der Film, der auch mit Original-Werbespots und Archivmaterial arbeitet, einen Eindruck von der Stimmung in Chile anno 1988. Geschichtsunterricht, leicht gemacht. Und die Story um das Referendum ist spannend. Ob hier verraten wird, wer sich durchsetzt? ¡No!.
Richard Solder

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