Nur Philantropen?

Thema 4/ 2000

Von Elisabeth Fritsch, 1030 Wien
Sie berichten über die Initiativen internationaler Organisationen und privater Sponsoren, Medikamente und Impfstoffe für Entwicklungsländer unter dem Marktpreis zur Verfügung stellen.

In mir keimt der Verdacht, hier könnte nicht nur Philantropie am Werk sein, hier könnten womöglich unter einem Deckmantel mittels Dumpingpreisen neue Märkte für die westliche Pharma-Industrie erschlossen werden. Ist das Wissen der traditionellen HeilerInnen erst einmal von Ethno-PharmakologInnen in Daten- und Gen-Banken konserviert und den Pharma-Konzernen zur Verfügung gestellt, dann können die TrägerInnen dieses Wissens ruhig aussterben oder ausgerottet werden, ihre Nachkommen werden ihr Heil in den Produkten der Pharma-Industrie finden.

Ich glaube ja, der Gesundheit zuträglicher wäre, den Betroffenen mehr Kompetenz über ihre Gesundheit zu lassen (oder wieder zu geben). Überspitzt formuliert: ein heisser Lindenblüten-Tee und ein warmes Bett zur rechten Zeit verhütet, dass aus einer Verkühlung eine Lungenentzündung wird und spart Antibiotika; ähnliche Rezepte, die nicht in einer Apotheke zu kaufen sind, gibt es, nehme ich an, nicht nur in Mitteleuropa sondern auch im Amazonas-Urwald.

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