Pink Sari Revolution

Von Redaktion ·

Amana Fontanella-Khan:

Sachbuch, Hanser-Verlag, München 2014, 272 S., Euro 19,90. Aus dem Englischen übersetzt von Barbara Schaden.

Wenn in den Dörfern des nordindischen Bundesstaates Uttar Pradesh die Gulabi Gang auftritt, dann wissen alle: Es ist Ernst. Denn die heute 55-jährige Sampat Pal und ihre Mitstreiterinnen sind bereit, es mit allen aufzunehmen, die Menschen- und Frauenrechte mit Füßen treten. Ob es um Korruption oder um Übergriffe durch die Polizei geht, um Stromversorgung oder Lebensmittelkarten für Menschen unter der Armutsgrenze – die Gulabi Gang nimmt sich aller gesellschaftspolitischen Fragen und natürlich insbesondere der Anliegen der Frauen an.

Die Missstände in Uttar Pradesh sind enorm, doch Sampat Pal setzt darauf, dass kollektive Frauenpower nachhaltige Veränderungen bewirken kann. Wie die Frauen dabei vorgehen, schildert Amana Fontanella-Khan in ihrem Buch „Pink Sari Revolution“. Die irische Journalistin hat einige Jahre in Indien verbracht, einen Teil davon bei Sampat Pal. Ihr Buch zeichnet den Lebensweg von Sampat Pal nach und gibt zugleich einen tiefen Einblick in die Verhältnisse in indischen Dörfern.

Als Tochter eines Hirten war Sampat Pal das typische Schicksal von Millionen armer Inderinnen vorbestimmt – harte Arbeit, Geringschätzung in der eigenen Familie und später in der des Ehemannes, Unterdrückung durch Dorfpolitiker und Grundbesitzer. Doch Sampat Pal zeigte bereits in ihrer Kindheit, dass sie nicht bereit war, Unrecht widerspruchlos hinzunehmen.

Ihre Verheiratung im Alter von zwölf Jahren konnte sie nicht verhindern, doch Schritt für Schritt befreite sie sich von der Bevormundung durch die Schwiegereltern, machte sich als Schneiderin finanziell unabhängig und kam über die Arbeit bei einer lokalen NGO schließlich zu der Überzeugung, dass eine neue Frauengruppe vonnöten war. So wurde 2006 die Gulabi Gang gebildet. Pinkfarbene (gulabi) Saris als Uniform sollen die Gruppenidentität stärken und sichtbar machen – und wurden zum Markenzeichen.
Brigitte Voykowitsch

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