Posttraumatische Belastungsstörung

Von red
Die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung wurde 1980 von der Amerikanischen Psychiatrischen Assoziation (APA) in ihren Katalog aufgenommen. Sie beruhte vor allem auf Untersuchungen von Vietnamveteranen, deren psychische Leiden nicht nach den bisher bestehenden Diagnosemöglichkeiten eingeordnet werden konnten. Seit 1994 wird sie auch im Diagnosemanual ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation WHO geführt, das in vielen Ländern für die psychiatrische und psychologische Diagnostik verwendet wird.
Laut dem ICD-10 handelt es sich um eine verzögerte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes – kurz oder lang anhaltend –, die bei fast jedem Menschen eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Die wesentlichen Merkmale werden in drei Gruppen eingeteilt:
1. Es gibt ein auslösendes Ereignis bzw. mehrere, in denen die Person selbst äußerst gefährdet war bzw. dies an einer anderen Person mit erlebt hat.
2. Aspekte des Traumas werden zwanghaft wieder erlebt. Zu diesen so genannten intrusiven Symptomen gehören wiederkehrende Albträume, Flashbacks, körperliche und psychische Reaktionen bei der Konfrontation mit Reizen, die an die Traumatisierung erinnern.
3. Die Konfrontation mit allem, was an das Trauma erinnern könnte, wird gemieden. Die so genannten konstriktiven Symptome umfassen ein bewusstes Vermeiden von Gedanken, Gefühlen, Gesprächen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen, teilweisen Gedächtnisverlust, Gefühle von Losgelöstheit und Entfremdung und Verlust an Empfindungsfähigkeit.

Fachleute, die mit Überlebenden von Gewalt arbeiten, kritisieren, dass zu wenig zwischen verschiedenen Formen der Traumatisierung unterschieden wird. So sei es wichtig, zwischen Traumata, die einmalig oder immer wieder geschehen zu unterscheiden, wie auch zwischen den Verursachern auslösender Ereignisse und Situationen. Traumata als Folge zwischenmenschlicher Gewalt und von Menschen verursachter Katastrophen – so genannter Man-made Disasters – wirken sich anders aus als Traumata, wie sie z.B. durch ein Erdbeben oder Unfälle entstehen.

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