
Expräsident Ratsiraka weigert sich, die Macht abzugeben.
Das offizielle Wahlergebnis bestätigte Ravalomanana mit 51,46 Prozent der Stimmen als Sieger und damit die Legalität der von ihm bereits wahrgenommenen Präsidentschaft. Ratsiraka erzielte einen Anteil von 35,9 Prozent. Der Wahlbetrug durch AnhängerInnen seiner Partei AREMA wurde vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Die Reaktion der Provinzgouverneure ließ nicht auf sich warten: Aufrechterhaltung und sogar Verstärkung der Blockadepolitik. Sie gingen noch einen Schritt weiter und kündigten an, vier der sechs Provinzen für unabhängig zu erklären.
Die Folgen sind fatal: Grundnahrungsmittel, Medikamente und vor allem auch Treibstoff sind Mangelware und erzielen horrende Preise am Schwarzmarkt. AnhängerInnen Ratsirakas verhaften Personen willkürlich, vereinzelt kommt es zu politisch motivierten Morden. Zeitungen sind in den Hochburgen der von Ratsiraka kontrollierten Gebieten wie Tamatave und Tulear verboten, Radiostationen wurden angezündet und Personen, die es immer noch wagen, Ravalomanana-T-Shirts zu tragen, müssen sich in aller Öffentlichkeit entkleiden. Trotz der Repressalien kann Ravalomanana auch in diesen Gebieten immer noch mit massiver Unterstützung der Bevölkerung rechnen.
Das Zögern der internationalen Gemeinschaft trotz des Vertragsbruchs Ratsirakas und die fehlende Anerkennung des Präsidenten Ravalomanana durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich, die Ratsiraka nahe steht, verschlimmert die Lage im Land.
Der Autor ist freier Journalist und besucht regelmäßig Madagaskar, zuletzt Anfang Mai.
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