Spenden sparen Steuern

Mit der Steuerreform 2009 wurde die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden ausgeweitet. So sind seit dem 1.1.2009 neben Zuwendungen an Forschungseinrichtungen, Universitäten und Museen auch Spenden für mildtätige Zwecke sowie für Entwicklungs- und Katastrophenhilfe steuerlich absetzbar. Derzeit sind 516 mildtätige bzw. EZA-Vereine steuerlich begünstigt. Eine vollständige Liste anerkannter Einrichtungen ist auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen zugänglich. Umwelt- und Tierschutz sind derzeit von der Spendenabsetzbarkeit ausgenommen, eine mögliche Reform wird für das Jahr 2012 diskutiert. Laut Spendenbericht 2010 beobachten spendenbegünstigte Organisationen einen positiven Effekt der Spendenabsetzbarkeit auf die Höhe der Spendeneinnahmen. Andererseits ist das Wissen über die Möglichkeit der Spendenabsetzbarkeit nach wie vor gering. Es sei, so Florian Bittner vom Österreichischen Institut für Spendenwesen (ÖIS), nicht gelungen, die wesentliche Botschaft zu transportieren: Bei gleicher Spendensumme könne man nun einer Organisation mehr zukommen lassen. Beispiel: Statt 100 Euro werden 150 Euro eingezahlt. Nach dem Steuerausgleich entspricht der tatsächliche Aufwand der Spendenabsicht von 100 Euro. Problematisch ist, dass nicht einkommenssteuerpflichtige Personen von den Möglichkeiten der Spendenabsetzbarkeit ausgeschlossen bleiben. Dies betreffe, so Bittner, vor allem ältere Menschen, deren Pension unter der Einkommenssteuerpflicht liegt.

Im Unterschied zum Spendenbericht 2010 geht das ÖIS davon aus, dass Organisationen bisher nur bedingt Mehrwert aus der Spendenabsetzbarkeit ziehen konnten. Man rechnete mit einer Steigerung des Spendenaufkommens um 10%, also um cirka 40 Millionen Euro, für 2009 und 2010. Die tatsächliche Steigerung blieb mit lediglich 4%, umgerechnet 15 Millionen Euro, weit hinter den Erwartungen zurück. Anlässlich des Spendentages 2011 erklärte Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka gegenüber der APA, dass seit Anfang 2009 insgesamt 61,1 Millionen Euro an Spenden für mildtätige Zwecke steuerlich geltend gemacht wurden. Dem Staat entgehen dadurch rund 22,2 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Dem ÖIS scheint diese Summe zu hoch gegriffen.

Sarah Funk

Informationen zur Spendenabsetzbarkeit: www.bmf.gv.at
Österreichisches Institut für Spendenwesen: www.spenden.at
Spendenbericht 2010: www.fundraising.at
 

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