Those who go. Those who stay.

Film

DVD, 75 Minuten. Dokumentation von Ruth Beckermann.

Bilder einer Stadt ohne Namen, durch das Fenster einer Wohnung gesehen. Regentropfen prasseln an die Scheibe. So beginnt der Dokumentarfilm der österreichischen Filmemacherin Ruth Beckermann, der sich um Migration und „Unterwegssein“ dreht. Sie nimmt die Zuseherinnen und Zuseher mit auf eine Reise mit unterschiedlichen Stationen: Wien, Istanbul, Alexandria, Paris, Czernowitz – je länger der Film dauert, umso mehr beginnt man zu raten, wo die einzelnen Szenen spielen. Die Auflösung gibt es zum Teil erst im Abspann.

So wie die Orte und Städte nur kurz gestreift werden, geschieht es auch mit den Leben der Protagonistinnen und Protagonisten: Italienische Kinder, die am Strand von Lignano Sandburgen bauen oder Minigolf auf einer Anlage spielen; ein afrikanischer Asylwerber, der in einem italienischen Lager festsitzt; FPÖ-Fans auf einer Wahlkampfveranstaltung am Wiener Stephansplatz, Kleidung und Haarschnitten zufolge aus den 1990ern; Arbeiterinnen und Arbeiter chinesischer Herkunft in den Produktionsstätten italienischer Billigmode in Prato bei Florenz; ein enthusiastischer Verkäufer von Sicherheitstechnologie in Israel.

So unterschiedlich die Menschen sind, sie sind alle Teil einer globalisierten Gleichzeitigkeit. Mit ein paar Jahren auf oder ab, da Beckermann auch auf älteres Material zurückgreift. Manche der Gefilmten interagieren mit der Filmemacherin, dann bleibt sie wieder Beobachterin.

„Those who go. Those who stay“ ist eine Collage aus Momentaufnahmen, manchmal mit Musik untermalt, manchmal mit Einblicken in ein tiefergehendes Gespräch, manchmal nur mit Bildern, die Fragen aufwerfen und ohne Antworten bleiben. Der Film zeigt die unterschiedlichen Realitäten von Menschen wie du und ich, von denen die meisten irgendwie in Bewegung sind, oder zu deren Lebensgeschichten Flucht und Aufbruch gehören. Bei manchen der porträtierten Menschen würde man gerne länger verweilen. Nach 75 Minuten hat man viel Stoff zum Nachdenken und das Gefühl, dass es reiner Zufall ist, welche Stationen man im Leben durchläuft. cbe

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