Tickender Regenwald

Von Werner Hörtner ·

Indigenenvertreter aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet verlangen vom Ölmulti Chevron die Entsorgung von Millionen Tonnen giftiger Abfälle und eine Entschädigung in Milliardenhöhe.

Die endgültige Entscheidung steht, nach jahrelanger rechtlicher Auseinandersetzung zwischen dem Ölmulti Chevron und mutigen Indigenen aus dem ecuadorianischen Regenwald, unmittelbar bevor. Die BewohnerInnen verlangen Entschädigungen und die Entsorgung von Millionen Tonnen giftiger Abfälle im Regenwald. Wenn Chevron zur Bezahlung von mehreren Milliarden Dollar Schadenersatz verurteilt wird, wäre dies ein riesiger Schritt dahin, die großen Verschmutzer dieser Welt zur Rechenschaft zu ziehen. Die Niederlage vor Augen, hat der Ölgigant mit einer aggressiven Lobbykampagne einen letzten Versuch gestartet, um die Klage zum Scheitern zu bringen.

Über 200.000 Menschen haben bereits eine internationale Petition unterzeichnet (Datum 15.2.), die das Unternehmen dazu auffordert, die Verschmutzung in Ecuador zu beseitigen. Sie wird an Chevrons Geschäftsleitung, Aktionäre und US-Medien überbracht.

Über die letzten Jahre haben ähnliche Aktionen der Öffentlichkeit schon so manches große Unternehmen zur Änderung ihrer Firmenpolitik bewegt. Doch die meisten Öl- und Gaskonzerne geben lieber hunderte Millionen für Lobbyarbeit und PR aus, um Klima- und Energiepolitik zu beeinflussen und ihrer Pflicht gegenüber Menschen und Umwelt nicht nachzukommen. Dabei ist Chevron einer der größten Missetäter.

Von 1964 bis 1990 hinterließ die zu Chevron gehörende Texaco Millionen Tonnen giftigen Abfalls von den Ölfeldern im Amazonasgebiet Ecuadors. Mit der Aussicht auf eine gerichtliche Niederlage hat Chevron damit begonnen, alle legalen Register zu ziehen und fährt ein gewaltiges Arsenal an PR, Lobbyisten und Anwälten auf, um Kritiker einzuschüchtern und sich der Verantwortung für die für Mensch und Umwelt desaströsen Folgen zu entziehen.

Chevron bekräftigt immer wieder, nicht für eine Säuberung aufkommen zu wollen, selbst bei einer gerichtlichen Anordnung: „Wir kämpfen, bis die Hölle zufriert. Und dann kämpfen wir auf dem Eis weiter.“ Ihre jüngste Strategie: Handelsboykott gegen Ecuador. Chevron macht sich über das Gesetz lustig.

Die Petition kann unter folgendem Link unterzeichnet werden:
www.avaaz.org/ de/chevron_toxic_legacy/?vl.

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