Vandana Shiva: Der Kampf um das blaue Gold

Ursachen und Folgen der Wasserverknappung

Von WeH
Aus dem Engl. von Bodo Schulze. Rotpunkt Verlag, Zürich 2003, 216 Seiten, EURO 17,50

Im UN-Jahr des Wassers ist das Thema völlig „in“, was wohl nicht an der Attraktivität der UN-Jahre liegt, sondern an der Brisanz des Wasser-Themas, genauer der Wasserknappheit und der von den Herren des Geldes, wie sie Ricardo Petrella nennt, als Allheilmittel propagierten Privatisierung des Wassers. Mein Wasser-Bücherregal wird immer umfangreicher.
Da darf die indische Physikerin, Umweltaktivistin und Vordenkerin einer alternativen Weltordnung, Vandana Shiva, nicht fehlen. In einer Reihe von Aufsätzen skizziert sie Beispiele menschgemachter Wasserknappheit und Klimaveränderung, von Staudämmen und Wasserkonflikten in der ganzen Welt. Natürlich untersucht sie auch die Rolle der Wasserkonzerne, berichtet von den Protesten gegen die Privatisierungsversuche und von einfachen und nachhaltigen Alternativen zum modernen technokratischen Wassermanagment.
Die so genannte Wasserkrise liegt nicht in der Knappheit der Ressource, sondern in unserem Umgang damit und in der ökologischen Zerstörung der Erde. Abholzungen, bewässerungsintensive Landwirtschaft, Verschwendung, ungleiche Verteilung, häufig auch das Unvermögen öffentlich-kommunaler Unternehmen, eine preiswerte flächendeckende Wasserversorgung sicherzustellen – da kommen dann Weltbank & Co. und preisen die Privatisierung an, oder drängen sie vielmehr auf.
Die Beispiele und auch die theoretischen Kapitel sind lebendig geschrieben und stellen eine gute Argumentationshilfe gegen die BefürworterInnen der Dienstleistungs-Liberalisierung dar. Außerdem sind sie interessant, lehrreich und häufig angereichert durch eigene Anschauung, vor allem bei den Beispielen aus Indien.

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