Via Facebook gegen die FARC

Von Redaktion ·

Kolumbien

Eine Million Stimmen gegen die FARC“ („Un millión de vozes contra las FARC“) hieß es 2008 in Kolumbien auf Facebook. Online protestierten Hunderttausende gegen die linksgerichtete Guerilla-Bewegung, die seit 1964 einen bewaffneten Kampf gegen verschiedene Akteure in dem südamerikanischen Land geführt hatte. Im Februar 2008, ein paar Monate vor der Befreiung der wahrscheinlich bekanntesten Geisel der FARC, der Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, kam es zu den größten Protestmärschen gegen die Guerilla-Bewegung in der kolumbianischen Geschichte. Ausgelöst wurden sie durch eine Facebook-Gruppe, gegründet vom damals 33-jährigen Ingenieur Oscar Morales Guevara. Am ersten Tag hatte die Anti-FARC-Gruppe 920 Mitglieder, nach zwei Wochen bereits über 150.000.

Über Facebook rief sie 2008 weltweit zu Protesten gegen die FARC auf, in Kolumbien gingen Schätzungen zufolge drei Millionen Menschen auf die Straße. Kritikerinnen und Kritiker meinten, die Demonstrationen wären von der Regierung instrumentalisiert worden und der damalige Präsident Álvaro Uribe Vélez hätte sie zu seinem Vorteil genutzt.

Facebook selbst feierte die Kampagne als Erfolg: Gründer Mark Zuckerberg lud die hinter der Online-Gruppe stehende Organisation 2008 zu sich in die USA ein.

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