Warum Kinderarbeit auch gut sein kann …

Von Nora Holzmann ·

… erklärt der österreichische Journalist Georg Wimmer, Autor des neuen Buches „Kinderarbeit – Ein Tabu“, erschienen im Mandelbaum Verlag.

Wie viele Kinder arbeiten auf der Welt?

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation sind es weltweit 168 Millionen. 60 Prozent arbeiten in der Landwirtschaft. In der Exportindustrie, die in den Debatten eine so große Rolle spielt, sind es weniger als fünf Prozent.

Kinderarbeit wird normalerweise mit der Ausbeutung der Schwächsten gleichgesetzt. Sind Sie für Kinderarbeit?

Gegen eine altersgerechte Arbeit, die die Kinder nicht überfordert, ist nichts einzuwenden. Ich sehe es nicht so, dass Kinderarbeit automatisch Ausbeutung bedeutet. Das ist eine Frage der Arbeitsbedingungen.

Georg Wimmer: Kinderarbeit – Ein Tabu. Mythen, Fakten, Perspektiven. Mandelbaum Verlag, Wien 2015, € 19,90.

In Bolivien ist Kinderarbeit nicht verboten. Was halten Sie davon?

Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, weil die Kinder aus der Illegalität geholt werden. Das neue Gesetz sieht ausdrücklich vor, dass sie vor Ausbeutung geschützt werden. Nun muss sich zeigen, ob die Regierung den Kindern diesen Schutz tatsächlich bieten kann.

Sollte man nicht viel eher daran arbeiten, dass Kinder die Schule besuchen können?

Die allermeisten arbeitenden Buben und Mädchen gehen ja zur Schule. Viele finanzieren sich mit der Arbeit den Unterricht. Man sollte sich deshalb überlegen, wie Arbeit und Schule besser vereinbar werden.

Warum sollte man Ihr neues Buch „Kinderarbeit – Ein Tabu“ lesen?

Weil es viel mehr bietet als die üblichen, reflexhaften Antworten. Es kann ja nicht nur darum gehen, wie das Verbot der Kinderarbeit am besten durchgesetzt wird. Man muss sich überlegen, was den arbeitenden Mädchen und Buben wirklich hilft. In meinem Buch kommen viele Antworten von den Kindern selbst.

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