Was an tropischen Früchten nicht schmeckt …

Von Nora Holzmann ·

… erklärt Konrad Rehling, der die neue, europaweite Kampagne „Make Fruit Fair“ in Österreich koordiniert.

Es gibt ja schon fair gehandelte Bananen und Ananas zu kaufen. Wozu braucht es die Kampagne?

Ein Großteil der Früchte, nämlich 80 Prozent, wird nicht fair gehandelt. Kleinbäuerliche Produzenten, Arbeiterinnen und Arbeiter in den Anbauländern, etwa in Ecuador, werden ausgebeutet. Die Kampagne setzt sich für existenzsichernde Löhne und faire Preise, für die Einhaltung von Arbeitsrechten und den Schutz der Umwelt ein.

Wer ist schuld daran, dass die Menschen in den Anbauländern ausgebeutet werden?

Wenige Konzerne dominieren den Bananenhandel, eine Handvoll Supermarktketten kontrolliert den europäischen Lebensmittelmarkt. Sie missbrauchen ihre Marktmacht, drücken die Preise und laden ihr gesamtes Risiko bei den schwächeren Handelspartnern ab.

Können die EU und die österreichische Regierung da überhaupt etwas dagegen tun?

Wir brauchen verbindliche Regeln. Seit Jahren werden aber Entscheidungen dazu aufgeschoben. Anfang 2016 entscheidet die EU, und damit auch Österreich, ob es künftig strengere Regeln geben wird.

Soll ich jetzt aufhören, in Supermärkten wie Billa, Hofer, Lidl oder Merkur mein Obst zu kaufen?

Wir empfehlen generell, möglichst Obst aus Bio-Anbau, aus der Region oder fair gehandeltes Obst zu kaufen und treten dafür ein, dass auch Nicht-Bio-Obst künftig fair produziert und gehandelt wird. Supermärkte spielen in der Lieferkette eine sehr wichtige Rolle. Es gilt, sie zu fairem Handeln zu bewegen.

Kann die „Make Fruit Fair“-Kampagne die Zustände auf den Obstplantagen wirklich ändern?

Ja, wenn sich viele beteiligen. Die Kampagne wendet sich an politische Entscheidungsträger, Unternehmen und die Bevölkerung. Über verantwortungsvollen Einkauf kann jeder und jede von uns fairen Handel fördern. Bis Anfang November läuft eine Petition an die EU. Wir benötigen jede Unterstützung!

Weitere Infos zu Petition und Kampagne:

www.suedwind.at/fruechte

www.makefruitfair.org

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