Was macht Herr Lin in Afrika?

Von Redaktion ·

Petra Navara:

Reportage, Edition Steinbauer,Wien, 2013 200 Seiten, Euro 22,50

Wenn einem Text „Lockerheit“ attestiert wird, kann das mitunter falsch verstanden werden: Nein, „Was macht Herr Lin in Afrika?“ ist weder unseriös noch unsachlich. Es liest sich einfach leicht. Petra Navara holt den Leser und die Leserin quasi vom Flughafen Entebbe ab und spaziert mit ihnen durch ihr persönliches Uganda. Und in diesem fühlt man sich schnell wohl.

Auf der einen Seite durch die Sprache: in Navaras Uganda hat Kampala etwa „Grätzln“, es schwingt ein Hauch bodenständiges österreichisches Deutsch mit. Zudem werden Situationen und Orte liebevoll und detailliert beschrieben. Und: Die Autorin stellt einem höflicherweise die Menschen vor, die sie in Uganda kennen gelernt hat – neue Freundinnen und Freunde genauso wie die Belegschaft im Familien-Domizil, vom Nachtwächter bis zum Gärtner. Auch über ihre Familie erfährt man viel.

Dazwischen webt die Autorin Sachthemen ein. Und zwar mehr als nur die komplexe Frage des Titels, also jene zum chinesischen Engagement in Afrika. „Was macht Herr Lin in Afrika?“ gibt nicht nur Antworten darauf, sondern liefert auch Interessantes zur Geschichte und Gegenwart Ugandas mit. Navara, selbst schon mehr als 20 Jahre in Österreich in der Entwicklungszusammenarbeit tätig, reflektiert zudem Österreichs und Europas Engagement in Uganda. Und sie führt durch das Leben in einer „Expat-Community“ – jenen Kreisen, in denen temporär im Ausland lebende Fachkräfte und deren Familie sich für diese Zeit vernetzen.

Bei allen Themen versucht sie dabei, unvoreingenommen und reflektiert vorzugehen. So auch bei den sino-afrikanischen Beziehungen. Navara warnt davor, ChinesInnen in Afrika pauschal Kalkül und Ressourcen-Fokus zu attestieren. Die Beziehungen seien komplexer. „Chinas Investitionen in Angola oder der Demokratischen Republik Kongo passen nicht in das enge Klischee“, argumentiert etwa die Autorin, die Ethnologie und Afrikanistik studiert hat. Ihr Aufenthalt in Uganda gab ihr die Möglichkeit, Herrn Lin in Uganda selbst zu beobachten. Und was sonst so passiert.

Navaras Kampala Tour – eine Reiseempfehlung. Tickets bei der Buchhandlung ihres Vertrauens.
Richard Solder

Basic

Berichte aus aller Welt: Lesen Sie das Südwind-Magazin in Print oder Online!

  • 6 Ausgaben pro Jahr
  • 48 Seiten pro Ausgabe
  • je Ausgabe ein 12-seitiger Themenschwerpunkt
  • 12x Extrablatt direkt in Ihr E-Mail-Postfach
  • Buch & Filmempfehlungen aus der Redaktion
ab € 25 /Jahr
Abo Abschließen
Förder

Mit einem Förder-Abo finanzieren Sie den ermäßigten Abo-Tarif und ermöglichen so den Zugang zum Südwind-Magazin für mehr Menschen.

Jedes Förder-Abo ist automatisch ein Kombi-Abo:

  • Alle Ausgaben in Print und als E-Paper
  • Online Zugang zur Webplattform inkl. vollständigem Archiv
84 /Jahr
Abo Abschließen
Soli

Mit einem Solidaritäts-Abo unterstützen Sie unabhängigen Qualitätsjournalismus!

Jedes Soli-Abo ist automatisch ein Kombi-Abo:

  • Alle Ausgaben in Print und als E-Paper
  • Online Zugang zur Webplattform inkl. vollständigem Archiv
168 /Jahr
Abo Abschließen