Weltreise. Von weit gereisten Waren und Widersprüchen im Einkaufskorb

Von Redaktion ·

Weltreise-Schreibgruppe (Hg.)

SeitenHieb Verlag, Berlin 2010, 182 Seiten, EUR 5,00

Ich gebe zu, ich bin wütend. Wir Menschen sind einfach zu dumm. Beispiele? Ein Freund von mir schafft es nicht, sich Schuhe zu kaufen, die länger als ein halbes Jahr halten. Er ist nicht bereit, für gute Schuhe mehr Geld auszugeben. Da kauft er lieber billige Treter, dafür öfter im Jahr. Was er der Umwelt damit antut, weiß er nicht. Eine alte Dame erklärte mir vor kurzem, dass für sie die Flut von Menschen der „Dritten“ Welt in die „Erste“ Welt nicht nachvollziehbar sei. Die sollten sich um sich selbst kümmern, wie wir es ja auch tun würden. Sie brauche ja von diesen Ländern auch nichts!

Wie kommen wir zu solchen Ideen und Denkmustern? Noch dazu in einer Welt, in der sämtliche Grundinformationen auf Mausklick zu erhalten sind. Die Bestandteile für Alufolie kommen nicht aus Österreich. Die chemischen Abfälle bei der Herstellung von Turnschuhen atmen nicht wir ein. Unsere Haut leidet nicht an den Färbemitteln von T-Shirts, die in Indien in die Flüsse geleitet werden.

Nächster Punkt: Tank oder Teller? Nachdem das Erdöl unseren Energiehunger bald nicht mehr stillen kann, sind wir daran, Neues zu entdecken. So wurde „Bio“-Kraftstoff erfunden. Aus Soja, Mais, Zuckerrohr oder Palmen, was natürlich nicht in Europa angebaut wird, sondern in Monokulturen, z.B. in Südamerika. Wir werden also in Zukunft Dinge zu Energie verbrennen, von denen sich Menschen eigentlich ernähren könnten.

Interessieren uns die Arbeits- und Lebensbedingungen von anderen Menschen? Natürlich nicht. Beim Turnschuh ist ja kein Video dabei, wie eine junge Frau sich während der Produktion die Lunge aus der Brust hustet. Aber wieso eigentlich nicht? Soviel ist möglich, soviel schon erfunden. Dann müssen doch auch solche Mängel bewältig- und lösbar sein.

Ein Buch für Jugendliche. Eine ambitionierte Idee, leider lädt die Einbandgestaltung nicht dazu ein, im Regal nach dem Buch zu greifen.

Christine Kohlmayr

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