Wer wofür kämpft

Jemenitische und internationale AkteurInnen ringen um ihre strategischen Ziele, die Zivilbevölkerung leidet auf beiden Seiten der Front.

Kämpfer von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der von Saudi-Arabien unterstützt wird, versammeln sich auf den Trümmern eines Gebäudes.© Anuj Chopra / AFP / picturedesk.com

Regierung. Die international anerkannte Regierung des Jemen hat ihren Sitz in der Hafenstadt Aden, nachdem sie im September 2014 von den Huthi aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben worden war. Abed Rabbo Mansur Hadi, seit 2011 Präsident, agiert mit Unterstützung Saudi-Arabiens gegen die Huthi.

Huthi. Die Huthi sind eine Miliz der Zaiditen, die den Norden des Landes über Jahrhunderte politisch geführt haben. Als Minderheit fühlen sie sich von der Zentralregierung in Sanaa vernachlässigt. Mit der Einnahme der Hauptstadt haben die Huthi einen großen Sieg errungen. Unklar ist, wie ihre weiteren Ziele aussehen.

Ali Abdullah Salih. Langzeit-Präsident Salih wurde im Zuge des Arabischen Frühlings zum Rücktritt gezwungen. Da er sich damit nicht abfinden wollte, schloss er sich mit Teilen der Armee 2014 der Huthi-Miliz an. Im Dezember 2017 zerwarf er sich mit den Rebellen und kam im selben Monat bei Gefechten in der Hauptstadt Sanaa ums Leben.

Saudi-Arabien. Im Jemen-Krieg stützt sich die Golfmonarchie auf eine Koalition, der neben den Vereinten Arabischen Emiraten auch Ägypten, Bahrain, Kuwait, Jordanien, der Sudan und Senegal angehören. Durch die Intervention wollen die Saudis die Hadi-Regierung stützen und den Einfluss des Iran minimieren.

Iran. Mit der Unterstützung der Huthi nutzt der Iran den Jemen-Konflikt, um seinen Rivalen Saudi-Arabien zu schwächen. Die Rechnung scheint aufzugehen: Im fünften Jahr des Krieges zeichnet sich immer noch kein Sieg der saudischen Koalition ab.

Vereinte Arabische Emirate. Der wichtigste Verbündete Saudi-Arabiens im Jemenkonflikt. Doch anders als Saudi-Arabien ist für die Emirate ein geeinter Jemen nicht primäres Ziel. Um ihren Einfluss in einem möglichen unabhängigen Südjemen zu sichern, haben sie in den vergangenen Jahren die Separatisten trainiert und mit Waffen ausgestattet.

Dschihadisten. Wie in vielen Regionen des Nahen Ostens nutzen Al-Kaida und der Islamische Staat auch im Jemen das durch eine schwache Zentralregierung und den Krieg entstandene Machtvakuum, um ihren Einfluss im Land auszuweiten. Größter Erfolg Al-Kaidas war bisher die Gründung des im April 2016 ausgerufenen „Al-Kaida Emirats Jemen“.

USA & Europa. Die für den Westen wichtigen Erdöllieferanten Saudi-Arabien und die Emirate konnten bisher mit westlicher Unterstützung rechnen. Dazu zählen Waffenlieferungen in Milliardenhöhe und logistische Unterstützung, vor allem von den USA, die den Saudis als eine Art Ausgleich für das Atomabkommen mit dem Iran ihre Hilfe im Jemen zugesagt haben. M. S.

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