Wie die Lage in Palmyra ist …

Von Richard Solder ·

… und ob der illegale Handel mit Kulturgütern aus Krisenregionen (vgl. Südwind-Magazin 3/2016) mittlerweile besser bekämpft wird, beantwortet Danielle Spera, Präsidentin des Österreich-Zweiges des internationalen Museumsrates ICOM.

Stadt und antike Stätten in Palmyra waren in den vergangenen Wochen umkämpft. Sind weitere Schäden zu erwarten?

Ja, es ist zu befürchten, dass es im Zuge von Kriegshandlungen in Syrien zu weiteren irreparablen Zerstörungen des UNESCO-Weltkulturerbes kommt.

Floriert der Handel mit in Krisenregion geraubter Kunst weiterhin?

Raubgrabungen, Plünderungen, Diebstahl und illegaler Handel mit Kulturgütern sind weltweit nach wie vor eine der größten Bedrohungen für den Erhalt und den Schutz des kulturellen Erbes. Die Zentren für den illegalen Handel liegen in Europa, Nordamerika und Asien. Erst kürzlich ist es den Schweizer Behörden gelungen, Palmyrenische Grabreliefs zu beschlagnahmen.

Bis vor kurzem war es schwer, den illegalen Handel hier in Europa zu bekämpfen …

Nach Österreich hat auch Deutschland mittlerweile ein neues Kulturgutschutzgesetz verabschiedet, das deutliche Verschärfungen und stärkere Dokumentationspflichten vorsieht. Die Europäische Kommission hat zudem die Problematik unterschiedlicher Kulturgutregelungen in der EU erkannt und arbeitet an einer Lösung.

Wie ist ICOM aktiv?

Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen und melden sofort, wenn illegale Händler Museen geraubtes Kulturgut anbieten. Zudem ist uns in den vergangenen Jahren eine starke Bewusstseinsbildung gelungen. Unsere Veranstaltungsreihe „ICOM Palmyra-Gespräche“ hat auch international Aufsehen erregt. Zu Jahresbeginn haben wir eine neue Rote Liste (Listen über Kulturgüter, die gefährdet sind, Anm. d. Red.) zu Westafrika bzw. Mali herausgegeben. Weitere „Red Lists“ zum Jemen und für Osteuropa sind in Vorbereitung.

Das nächste ICOM Palmyra-Gespräch findet am 2. März 2017 zum Thema „Im Kampf gegen den illegalen Kulturguthandel“ im Kunsthistorischen Museum Wien statt. Gast: Françoise Bortolotti von Interpol.

Anmeldung unter: www.icom-oesterreich.at

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