Wie nachhaltige Entwicklung und Frauenrechte zusammenhängen …

Von Irmgard Kirchner ·

… und wie Geschlechtergerechtigkeit Niederschlag in den Sustainable Development Goals (SDGs) findet, erklärt Claudia Thallmayer von WIDE, dem Entwicklungspolitischen Netzwerk für Frauenrechte und feministische Perspektiven.

Wie kommen Ermächtigung von Frauen und Mädchen und Geschlechtergerechtigkeit in den SDGs vor?

Auf verschiedene Weise: ausdrücklich in einem eigenen frauenpolitischen Ziel, dem Ziel Nummer fünf inklusive Unterzielen. Aber auch als sehr lebendig gemachtes Gender Mainstreaming quer durch viele der anderen Ziele. Mainstreaming wird nicht nur genannt, sondern viele der frauenpolitischen Ziele sind tatsächlich in die Liste eingeflossen.

Ist WIDE aus frauenpolitischer Sicht zufrieden?

Frauenorganisationen haben es wirklich geschafft, viel zu formulieren und zur Sprache zu bringen. Aber natürlich hat so ein Rahmenwerk auch Schwächen. Es ist beachtlich, dass zum Beispiel unbezahlte Arbeit und Pflegearbeit im Haushalt überhaupt thematisiert wurden. Allerdings gibt es keine Zielvorstellung dazu.

Wie dringend ist der Handlungsbedarf bezüglich SDGs für Frauen global gesehen?

Auf jeden Fall sehr dringend, weil es sich um strukturelle, sich über Jahre und Jahrzehnte hinziehende Benachteiligungen handelt. Es sind zwar teilweise Verbesserungen erreicht worden. Trotzdem ist die Benachteiligung von Frauen und Mädchen einfach da. Zum Beispiel verdienen Frauen in allen Ländern der Welt viel weniger als Männer.

Wo gibt es Verbesserungen?

In verschiedenen Feldern. Im Bereich Bildung sind die Unterschiede sichtbar geringer geworden. Trotzdem fallen Mädchen immer noch raus, zum Beispiel wenn sie als Jugendliche schwanger werden oder weil sie zuhause unbezahlte Pflegearbeit übernehmen müssen.

Was ist ein besonders wichtiges Thema?

Die sexuellen und reproduktiven Rechte. Das ist ein Feld, in dem wir im Moment viele Rückschritte erleben. Auch durch die Präsidentschaft von Donald Trump in den USA. Es ist ganz wichtig, dass sich die europäischen Regierungen in diesem Bereich mehr engagieren.

www.wide-netzwerk.at

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